Der Islam und die Moderne

Grundbedingungen einer Zivilgesellschaft
Der Islam und die Moderne
Ein Dialog zwischen den Weltreligionen ist notwendig,
aber nicht das Problem des Tages. Ein clash
of civilization (S. Huntington) ist nicht die Herausforderung,
vor der wir stehen. Was seit dem 11. September
2001 ansteht, ist die terroristische Reaktion eines
radikalen Flügels des islamischen Fundamentalismus
gegen die Grundlagen der modernen Welt, die für sie
die westliche Welt ist. Der Aufstieg der westlichen
Welt ging mit einem Niedergang der einst großen islamischen
Welt einher. Der Zerfall des Osmanischen
Reiches im Ersten Weltkrieg, die Kolonialherrschaft
christlicher Staaten im Nahen Osten, die Gründung
des Staates Israel nach dem Zweiten Weltkrieg und
nach 1989 die Globalisierung der westlichen zur universalen
modernen Welt muss das „Haus des Islam“
verletzt und die islamische Umma tief gedemütigt haben.
Die aktuelle Bedrohung betrifft heute gar nicht die
westliche Welt, sondern die islamische Gesellschaft
mit ihren traditionellen Einheiten von Religion und
Staat, Religion und Kultur, Religion und Wirtschaft.

Kann der Islam eine Alternative zur westlichen Welt
aufbauen? Es sieht nicht danach aus, jedenfalls nicht
in so unterentwickelten Ländern wie Afghanistan
oder afrikanischen Ländern.
Die aus dem Westen hervorgegangene moderne
Welt hat drei Grundbedingungen für das friedliche
Zusammenleben verschiedener Religionsgemeinschaften
in einer gemeinsamen Zivilgesellschaft entwickelt:
1. die Trennung von Religionsgemeinschaft und Bürgergesellschaft,
die aus der Trennung von Kirche
und Staat hervorgegangen ist,
2. die Anerkennung der individuellen Religionsfreiheit,
3. die Anerkennung der Menschenrechte der Frau.
Genau gegen diese drei Bedingungen protestiert
der islamische Fundamentalismus, indem er die
mittelalterliche Scharia einführt und zum Heiligen
Krieg gegen verwestlichte islamische Staaten und die
westliche Welt aufruft. Islamische Gemeinschaften,
die in der westlichen Welt leben, akzeptieren diese
Bedingungen, die durch die demokratischen Verfassungen
garantiert sind. Moderne islamische Staaten
wie die Türkei und Ägypten haben sie mehr oder weniger
übernommen. Haben sie sich damit vom Koran
entfernt? Das müssen sie selbst beurteilen. Es gibt einige
Fragen, die ein Licht auf mögliche Konfliktlinien
der Muslime werfen. Wem gilt ihre Loyalität: dem
deutschen Staat, dessen Bürger sie sind, oder der Umma,
der Bruderschaft aller Muslime? Bedeutet individuelle
Religionsfreiheit, dass Personen in den Islam
eintreten und ohne Schaden auch wieder austreten
können? Und zuletzt: Soll ein muslimischer Junge seiner
deutschen Lehrerin gehorchen? Was sagt ihm
sein Mullah in der Koranschule? […]

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Eingeordnet unter gesellschaft, islam, Uncategorized

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