Islam in Europa

In Frankreich kommen die Muslime vor allem aus
dem Maghreb (Algerien, Marokko und Tunesien),
aber auch aus dem Senegal, Mali und dem Tschad.
In Großbritannien sind vornehmlich indische und
pakistanische Muslime eingewandert. Zum Teil hatten
ihre Vorfahren für mehrere Generationen in Ostafrika
gelebt. Die Kolonialherren hatten sie als billige
Arbeitskräfte dorthin gezwungen. Im unabhängigen
Ostafrika gelten sie aber als eine wenig erwünschte
Fremdgruppe. Sie suchen nun aufgrund ihrer Commonwealth-
Zugehörigkeit nach einer neuen Heimat
im Vereinigten Königreich von Großbritannien.
In die Niederlande kamen schon in den fünfziger
Jahren als erste Gruppe Molukker aus der früheren
Kolonie Indonesien. Sie hatten nach dem Zweiten
Weltkrieg in der holländischen Kolonialarmee gekämpft
und dadurch ihre Heimat verloren. Die zweite
Gruppe bilden Nachkommen von Indonesiern, die
zwangsweise in das südamerikanische Surinam umgesiedelt
worden waren.


So wirkt in den Einwanderungsströmen von Muslimen
in die Ballungsräume der westlichen Industriezonen
Europas bis heute noch die koloniale Vergangenheit
nach. Die Arbeitsmigration folgte weithin allen
kolonialen Bindungen. Es ist nicht leicht, ein Bild davon
zu erhalten, wie viele Muslime es heute in Europa
gibt. Die Verwaltungsstrukturen und Situationen sind
in den einzelnen Ländern zu verschieden. Jeder Versuch
eines Überblickes fußt daher teilweise auf Schätzungen.
Frankreich ………………..über 4 000 000
Deutschland ……………etwa 3 000 000
Großbritannien ………………….2 600 000
Italien ……………………….etwa 1 200 000
Niederlande…………………………..538 000
Belgien……………………………………350 000
Spanien ………………………………….300 000
Österreich………………………………150 000
Schweden………………………………130 000
Schweiz ………………………………….100 000
Norwegen………………………………..40 000
Dänemark ………………………………..30 000

Die internationale Vertretung der islamischen
Staaten
Organisation der Islamischen Konferenz (arabisch
Munazzamat al-mu’tamar al-islami, OIC), ein politisch-
kultureller Zusammenschluss von derzeit 56
muslimischen Staaten und drei Staaten mit Beobachterstatus.
Nach dem Junikrieg 1967 und der israelischen
Besetzung der West Bank und Jerusalems mit
den wichtigen islamischen heiligen Stätten rief Saudi-
Arabien zu einer Konferenz auf, die 1969 in Rabat,
Marokko, stattfand und auf der die OIC ins Leben gerufen
wurde.
Neben den politischen Zielen, die heiligen Stätten
zu schützen, bemüht sie sich aktiv, soziale und kulturelle
Werte des Islams zu bewahren und die Solidarität
und Zusammenarbeit zwischen islamischen Ländern
zu fördern. Der vorläufige Hauptsitz der OIC ist
in Dschidda, als endgültiger Sitz ist das von israelischer
Besatzung befreite Jerusalem vorgesehen.
Das höchste Gremium ist ein Gipfeltreffen der
Staatsoberhäupter, das letzte fand vom 12.–13.11.2000
in Dona statt. Das jährliche Treffen der Außenminister
der Mitgliedsstaaten ermöglicht es, gemeinsame Positionen
zu politischen, wirtschaftlichen und sonstigen
Fragen zu finden. In den Deklarationen des Gipfels
und der Außenministertreffen werden regelmäßig die
Okkupation Palästinas und Jerusalems verurteilt, wie
auch z. B. das Vorgehen der Serben in Bosnien und im
Kosovo. Hier beteiligten sich Mitgliedsstaaten der OIC
an den internationalen Schutztruppen.
[…] Wichtig sind zahlreiche Tochterorganisationen
der OIC, im kulturellen Bereich die Islamische Organisation
für Erziehung, Kultur und Wissenschaft (Islamic
Educational, Scientific and Cultural Organization, ISESCO),
deren Aufgabe es ist, die islamische Lehre in den
Curricula des Bildungswesens muslimischer Staaten zu
verankern und islamische Kultur vor der kulturellen Invasion
aus dem Westen zu schützen. Ökonomisch von
Bedeutung ist die Islamische Entwicklungsbank (Islamic
Development Bank). Politische Arbeit leistet das
al-Quds Komitee unter der Leitung des marokkanischen
Monarchen, das die Lage der heiligen Stätten

beobachten und die Aktivitäten zur Befreiung von Jerusalem
koordinieren soll.
Saudi-Arabien versucht, mittels der OIC seinen Einfluss
auf die islamischen Staaten zu verstärken,
ärmere Länder sehen in ihr die Möglichkeit, Hilfe zu
erhalten. In vielen Bereichen der Entwicklungshilfe arbeitet
die OIC mit den Vereinten Nationen zusammen.
Auch wenn panislamische Ideen bei der Gründung
eine Rolle gespielt haben mögen, strebt die OIC
nicht die Errichtung einer islamischen Weltgemeinschaft
(Umma) an.

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