Abu Hamed al-Ghazali (450 – 505 n.H.)

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Über Intention, reine Absicht und Wahrhaftigkeit (.pdf 460KB, rechte Maustaste u. speichern unter…)

Zainnuddin Abu Hamed Muhammad bin Muhammad bin Ahmad at-Tusi asch-Schafi’i al-Ghazali wurde 450 n.H. geboren. Abu al-Abbas Ahmad al-Khatibi berichtete: Ich war im Unterricht von al-Ghazali als er uns erzählte: „Mein Vater starb und hinterließ uns – meinem Bruder und mir – nur wenig. Als es dann alles verbraucht war und es für uns sehr schwierig wurde, Essen zu bekommen, haben wir uns in einer Fiqhschule eingeschrieben, damit wir Essen bekommen. Wir strebten also am Anfang nicht um Allahs Willen nach Wissen, aber Allah wollte es schließlich, dass wir uns mit Wissen doch um Seinetwillen beschäftigen.“ Den Fiqh studierte er zunächst in seiner Stadt, Tus, später dann in Naisabur. Mit 30 Jahren wurde er Lehrer in der Nidhamijja (der regulären Schule bzw. Universität) in Bagdad und begann in den Bereichen Usul (d.h. den Grundlagen der Religion), Fiqh und Weisheit (arab. hikma) Bücher zu schreiben. Als er sehr berühmt wurde gab er aus eigenem Willen seine Führungsrolle an der Nidhamia ab und pilgerte nach Mekka. Daraufhin besuchte er Jerusalem, und schließlich lebte er eine Zeit lang in Damaskus, wo er unter anderem sein Buch ihja‘ ulum ad-din („Die Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften“) schrieb. In dieser Zeit übte sich al-Ghazali sehr intensiv in der Selbsterziehung (arab. al-mudschahada). Einige Jahre später kehrte er in seine Heimat zurück, wo er sich sehr mit der Wissenschaft beschäftigte. Als er gefragt wurde, ob er noch einmal an der Nidhamijja arbeiten würde, sagte er, dass er es sich nie erlauben könne, mit dem der gesamte Inhalt ist aus der Kurzbiographie über Ghazali in Sijar a’lam annubala‘ von Adh-Dhahabi entnommen. Manchmal sind Dinge zusammengefasst, manchmal zitieren wir adh-Dhahabi direkt.

Unterrichten des Islams aufzuhören, jedoch dass ihm die Bekanntheit bei den Menschen und bei der Staatsführung, die eine Anstellung an der berühmten staatlichen Nidhamijja mit sich brächte, sehr unangenehm wäre und er Angst davor hätte, um keinen Schaden an seinem Charakter nehmen. Aus diesem Grund, und nachdem er auch viele Anfeindungen erleben musste, gründete er neben seinem Haus eine Schule, wo er sich den Studenten widmete bis er starb. Am Ende seines Lebens, beschäftigte sich Al-Ghazali mit der Hadithwissenschaft und lernte das Buch von Imam Buchari auswendig. Er ließ sich darüber von einem Hadithgelehrten prüfen, indem er ihm den Sahih Buchari vorlas. Imam Adh-Dhahabi sagte: „Imam Al-Ghazali kritisierte die Philosophen in seinem Buch „at-Tahafut“, jedoch stimmte er in einigen Punkten mit ihnen überein ­ in solchen Punkten, wo er meinte, dass dies der Wahrheit entspreche und diese Punkte sich mit der islamischen Aqida vereinbaren lassen ­ was oft nicht der Fall war. Er las oft in dem Buch „Die Briefe von den Safa-Brüdern“ (einem Philosophiebuch), das als tödliches Gift bezeichnet wurde, aber Dank seiner Intelligenz und seiner aufrichtigen Absicht kam er Heil davon…denn wegen der guten Absicht eines Gelehrten verzeiht Allah(t) ihm.“ Adh-Dhahabi sagt, dass bezüglich des Buchs al-Ihja‘ einige Gelehrte meinen, dass Al-Ghazali viele schwache und erfundene (arab. maudu‘) Hadithe eingefügt hatte, und dass das Buch viele philosophische Meinungen beinhaltet – besonders die der SafaBrüder -, die u.a. meinen, dass man aus eigenem Antrieb Prophet werden kann, und dass Wunder nur Tricks und Lügen sind. Darauf gibt Adh-Dhahabi Folgendes zur Antwort: „Ghazali ist ein großer Imam, und kein Gelehrter ist fehlerfrei.“ Ghazali sagte einmal: „Wisse, dass die Religion aus zwei Teilen besteht: der eine ist, das Verbotene zu unterlassen, und der zweite ist, Gutes zu tun. Der erste Teil ist aber schwieriger, denn Gutes tun kann jeder. Seine eigenen Gelüste und Neigungen aber zu besiegen schaffen nur die Wahrhaftigen (arab. al-siddiqun), deswegen sagte auch der Prophet (s.a.s.) „Der Auswanderer (d.h. der, der hidschra macht) ist derjenige, der das Üble unterlässt, und der Mudschahid ist derjenige, der gegen seine eigenen (üblen) Neigungen ankämpft.“139 Imam Mazari sagte über das Buch al-Ihya: „Imam al-Ghazali hat in seinem Buch viel über Philosophie und Sufismus geschrieben. Seine Quellen in Philosophie waren Ibn Sina und die 51 Briefe von den Safa-Brüdern. Seine Richtung bezüglich. des Sufismus war die von Abu Hajjan at-Tauhidi.“ Imam Ghazali starb am Montag, den 14. Dschumada al-Akhira, im Jahr 505 n.H. Er war 55 Jahre alt geworden. Allah möge ihm barmherzig sein.

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Eingeordnet unter islam, Islambild, sufismus, wissenschaft

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