Wie kompetent sind Deutsche in Sachen Integration?

 

Laut dem Index zu Integration und Migration in Europa (Mipex) ist Deutschland mittelmaß. Bei einem Vergleich der Integration von Ausländern landet Deutschland auf Platz 14 von 28. Seit 2004 erhebt die Migration Policy Group alle zwei Jahre die Rahmenbedingungen für die Integration von Migranten. Dieser sog. Index zu Integration und Migration in Europa wird mit Hilfe von 140 Indikatoren errechnet. Den Mipex führen Länder wie Schweden, Portugal und Belgien an, Schlusslichter sind Österreich, Zypern und Lettland. Auf dem vierten Platz liegt die Niederlande. Großbritannien belegt Platz 9 und Frankreich Platz 11.

Minuspunkte gab es für Deutschland insbesondere für die erschwerte Einbürgerung. Statt die Bedingungen zu erleichtern, wie der Index nahe legt, hat Deutschland den Zugang zum deutschen Pass seit 2004 mehrfach erschwert. Wegen der Einbürgerungstests in manchen Bundesländern schneidet Deutschland in dieser Rubrik ganz schlecht ab.

 

Erfreulich sind dagegen die Werte bei der politischen Teilhabe, auch ohne ein Wahlrecht für Ausländer. Vor allem schlägt positiv zu Buche, dass Migranten Verbände gründen, Parteien beitreten und in Ausländerbeiräte ihre Vertreter wählen können.

 

Es ist immer wieder hilfreich, wenn man die Verhältnisse aus anderen Ländern vergleichen kann. Jedenfalls ist die weit verbreitete Annahme innerhalb der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland, dass es den Ausländer in Deutschland besser gehe als woanders, damit wiederlegt.

 

Zu berücksichtigen ist auch, dass in den Mipex die Zustände im Bildungssektor nicht eingeflossen sind. Der Zugang zu gleicher Bildung soll erstmals 2010 erhoben werden. Bleibt zu hoffen, dass Deutschland nicht ein weiteres dickes Minus kassiert.

Quelle: http://www.igmg.de/nachrichten/wissenschaft/newsdetails-wissenschaft/article/1/index-zu-integration-und-migration-in-europa-mipex-deutschland-mittelmass.html

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4 Kommentare

Eingeordnet unter deutschland, europa

4 Antworten zu “Wie kompetent sind Deutsche in Sachen Integration?

  1. Es geht den Ausländern in Deutschland in der Tat besser als anderswo. Wären sie integriert, wären sie ja keine Ausländer mehr. Richtig? Deutschland gewährt ihnen einen parallelstaat und ghettorisierung.

  2. mensch

    Fakt ist, dass wir Deutsche uns mit unserer Erbkrankheit „Leit-Kultur“ es immer wieder schaffen, eine Integration zu verhindern. Integration heißt, dass man Dinge hinzunimmt und nicht sie ändert. Das wäre nichts anderes als ein Einheitsbrei (=Kommunismus, Faschismus). Das Wort „Leiten“ ist übrigens auf der semantischen Ebene mit dem Wort „Führen“ verwandt. Ergo könnte man auch von einer „Führer-Kultur“ sprechen. Ich glaube es kommen wieder braune Zeiten auf uns zu, EROBERER.

  3. Braune Zeiten? Die wirds in Deutschland nie wieder geben. Selbst wenn bald ein Rechtsruck durch das Land gehen wird (die kommende Generation wird sich ihren Nationalstolz erkämpfen müssen).

    Du kannst das Wort „Leiter-Kultur“ zu „Führer-Kultur“ werden lassen. Mit Leitkultur funktionierts nicht, also zieh keine Monster an den Haaren herbei 😉
    Das Wort „Führen“ ist ein wunderschönes – man kann es sich natürlich auch von der Geschichte verderben lassen, aber übertreiben muss man’s ja auch nicht 😉

    Zudem haben die Deutschen leider keine Leitkultur. Ich wünsche Ihnen eine.

    Die Integrationsprobleme entstehen doch dadurch, dass man die hinzukommenden Dinge zu wenig ändert. Zusätzlich ist das Problem noch, dass man zu viele am selben Ort hinzukommen lässt – dadurch kann keine Integration stattfinden und es entsteht eine Parallelkultur. Das wird früher oder später zu großen Konflikten führen. Jeder muss die Religion ausüben können die ihm gefällt – aber in deutscher Sprache!

  4. Cengiz

    http://cengiz-dursun.hostzi.com

    Hallo, ich heiße Cengiz und bin Mitglied der SPD. Das ist mein Blog. Ich habe einen Text erfasst, der die ethnische Lobbypolitik thematisiert und auch dazu eine Gruppe gegründet: gegen ethnische Lobbypolitik.

    Ich warte auf Antworten und eine Diskussion:

    Wenn wir von Migranten sprechen, sprechen wir nicht von Menschen aus Polen, Schweden, Russland oder den vereinigten Staaten.
    Wir sprechen von Menschen aus muslimischen Ländern, meistens aus der Türkei und aus arabischen Ländern.

    Deswegen sehe ich es vor, das Wort „Migrationshintergrund“ deutlich erkennbar zu machen, da ich nichts von diesem Wort halte. Wenn Menschen, die seit 50 Jahren hier leben, immer noch als Migranten bezeichnet werden, finde ich, ist etwas schief gelaufen in unserer Gesellschaft und auf diese Probleme werde ich jetzt Stück für Stück eingehen… Ich widme mich nicht der falschen Politik, der vergangenen 50 Jahre, sondern gehe auf Probleme ein, die für einige Tabuthemen sind, die sich keiner traut anzusprechen bzw. nicht die Macht besitzt, etwas zu ändern…

    …nämlich die ethnische Lobbypolitik und ihr daraus resultierendes „politisches Geschäft“.

    Innerhalb der Partei (egal welcher) gibt es etliche von türkischstämmigen Politikern. Die meisten sind in der Türkei geboren und kamen als Kinder nach Deutschland. Sie geben sich als Anwälte der „Migrantengesellschaft“ und kämpfen für deren Rechte. Soweit so gut! Das hört sich sehr gut an und sollte auch unterstützt werden.Natürlich braucht die Partei auch Menschen mit einem „Migrationshintergrund“, da sie sich sehr gut in die Lage der Menschen hineinversetzen können. Vor allem im sozialpädagogischem Bereich, ist die Arbeit immer wieder effektiv. Politiker die sich für die Rechte der Menschen einsetzen, für diejenigen die große Probleme in der Gesellschaft haben, sind immer gern gesehen und brauchbar für jede Partei. Bloß jetzt kommt es darauf an, für welche Probleme sie sich einsetzen. Was genau beabsichtigen sie?

    Die Frage kann man sich eigentlich selbst beantworten, denn wenn man sieht, dass sie von einem großen Teil der „Migrantengesellschaft“ gewählt werden, muss es wohl bedeuten, dass ein großer Teil der Wähler zufrieden mit der Thematik sind, mit der sie sich befassen.

    Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland Integrationsprobleme! Manche sprechen von Bildungsdefiziten, die anderen von Ausländerkriminalität.
    Wenn man das Wort Integration definieren möchte, definiert der Brockhaus Integration allgemein als „(Wieder-)Herstellung einer Einheit; Einbeziehung, Eingliederung in ein größeres Ganzes.“ Integration ist also als Prozess zu verstehen.

    Man kann sich wiederum darüber streiten und behaupten, dass die Integration nicht nur von Bildungsdefiziten oder Kriminalität abhängig ist, denn es gibt verschiedenste Parallelgesellschaften und Ideologien, über die niemand spricht.

    Schnell fallen Sätze wie: „Die Kriminalität würde es nicht geben, wenn es ein gutes Bildungssystem gäbe“.

    Die Lobbyisten setzen sich ein für: ein kommunales Wahlrecht für Ausländer, die doppelte Staatsangehörigkeit, Islam-Unterricht, die EU-Mitgliedschaft der Türkei, das Angebot; Türkisch als wählbare Fremdsprache in Schulen, mehr Geld für Türken usw.

    So schön so gut, einige Forderungen sind sicher gute Ideen und machbar, über die anderen wiederum könnte man sich streiten. Aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Der entscheidende Punkt ist, dass die Lobbyisten nicht Punkte ansprechen, die der Wahrheit entsprechen. Sie sprechen Sprachdefizite an und erklären, man muss die Sprache erlernen, um im Alltag klarzukommen, eine Arbeit zu finden oder um Dinge selbst zu erledigen. Das stimmt! Aber es gibt dennoch viele Punkte, die bewusst nicht angesprochen werden, um nicht kostbare Wählerstimmen zu verlieren. Themen, die sich nur sehr wenige Politiker mit „Migrationshintergrund“ trauen anzusprechen. Themen, die dazu führen würden, in den Augen der „Migrantengesellschaft“ als Verräter angesehen zu werden. Es besteht die Gefahr, in das Visier und die Schlagzeilen der türkischen Medienlandschaft zu geraten – und das sind keine guten Schlagzeilen! Ständig in einem Korsett des Kollektivs zu stecken und Angst zu haben, sein eigenes Volk oder seine Heimat zu verraten oder als Verräter abgestempelt zu werden. Das ist Lobbypolitik…

    Die türkischstämmigen Politiker behandeln die „türkische Community“ als Mündel und entscheiden für sie. Sie versuchen immer wieder andere Auffassungen zur Integrationspolitik zu verdrängen und versuchen zu verhindern, dass dies zur Öffentlichkeit gelangt. Deshalb werden kritische Stimmen innerhalb einer Partei, die gerade diese Probleme ansprechen denunziert und zum Schweigen gebracht, um der „Geschäftsidee nicht zu schaden“.

    Die eigentlichen Probleme, die die Menschen haben, sind sozio-kulturelle Probleme und auch patriarchale Familienstrukturen. Diese Tatsache gefällt naturgemäß weder der türkischen Presse noch denjenigen, die in der Öffentlichkeit spezifisch türkische Interessen vertreten. Die türkischstämmigen Politiker nennen das nur „soziale Probleme“ und versuchen der eigentlichen Diskussion aus dem Weg zu gehen…

    Dieses Problem ist auch ein soziales, vor allem hat es aber mit Haltungen, Einstellungen, Werten, Lebensentwürfen, Traditionen und Gebräuchen zu tun.

    Warum spricht niemand über arrangierte Ehen, Ferienbräute, Ehrenmorde, Gewalt in Familien, Diskriminierung der Frau?

    Wer diese Themen anspricht, wird nicht gewählt, als Verräter abgestempelt, bekommt Hassmails und wird bedroht.

    Jeder ist angesprochen, egal in welcher Partei er auch Mitglied ist. Denn gerade Themen, die sich keiner traut anzusprechen, da er Angst um sich selber hat, sind handfeste Beweise für Gründe einer misslungenen Integration…

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