Adem Özdamar – 26jähriger Muslim wird von der Polizei zu Tode geprügelt

Der Tod des 26-jährigen Hageners Adem Özdamar wird Staatsanwaltschaft und Polizei weiter beschäftigen.
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Bevor nicht die endgültigen Untersuchungsergebnisse des Gerichtsmedizinischen Institus Dortmund vorliegen, bleibt viel Spekulation um die Todesursache. Während das Gutachten von Dr. Ralf Zweihoff möglicherweise noch eine Weile dauern wird, findet auf Wunsch der Familie zurzeit eine zweite Obduktion des Leichnams in der Türkei statt. Dort scheint die Untersuchung mit allerhöchster Priorität vorangetrieben zu werden, so der Rechtsanwalt der Özdamars, Jürgen Klenk. Unglückliche Formulierungen seitens der Staatsanwaltschaft hätten „nicht gerade für Vertrauen bei der Familie gesorgt”. Özdamars wollen verständlicherweise genau wissen, was in der Nacht zum 17. Februar passiert ist, nachdem eine Streifenwagenbesatzung ihren Sohn von zuhause abgeholt und zur Wache in der Prentzelstraße gebracht hat. Möglicherweise gegen seinen Willen, jedenfalls soll der junge Türke während der Fahrt versucht haben auszusteigen. Ein abgebrochener Türhebel im Streifenwagen belegt das. Auf der Wache hatten die Beamten offenbar erhebliche Schwierigkeiten, den unter Kokaineinfluss stehenden 26-Jährigen zu beruhigen. Beim Versuch, ihn zu fixieren, soll ein Beamter am Finger verletzt worden sein. Klar ist, dass Adem Özdamar in der Wache einen Herzstillstand erlitt. Noch unklar ist, ob die Auseinandersetzung in der Wache dabei eine Rolle gespielt hat. Aufklärung soll an dieser Stelle das Gutachten von Dr. Zweihoff bringen. Laut Aussage der Leitenden Notärztin Hoffmann, die am Morgen des 17. Februar in der Prentzelwache bei der Reanimation im Einsatz war, sei der 26-Jährige in der Wache möglicherweise mit dem Kopf gegen die Wand geprallt. Die erste Untersuchung durch den behandelnden Arzt im Allgemeinen Krankenhaus am Sonntagmorgen hatte ebenfalls ergeben, dass Adem Özdamar beginnende Hämatome am Kopf aufwies, die auf stumpfe Gewalteinwirkung von außen zurückzuführen seien.

Medien zeigen Interesse

Hagen. Der mediale Wahnsinn tobt vor einer Hagener Klinik. Und das, obwohl nur wenige Meter weiter Ärzte auf der Intensivstation um das Leben eines 26-jährigen Türken kämpfen. Der Fall schlägt vor allem in den türkischen Medien hohe Wellen.
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Reporter bugsieren sich durch rabiaten Ellenbogeneinsatz in günstige Positionen, Fotografen drücken auf den Auslöser als handele es sich um den Feuerknopf eines Joysticks. Und die Frau vom Fernsehen, die als letzte kommt, will als erste eine Stellungnahme und schiebt ihr Mikrofon mit den Logos von gleich vier deutschen Privatsendern in die Poleposition. Die Objektive richten sich im wesentlichen auf zwei Gesichter, in denen sich Anspannung und Betroffenheit spiegeln. Anspannung, weil ob der Brisanz des Falls jedes Wort genau abgewogen sein will, und Betroffenheit, weil Ärzte des Allgemeinen Krankenhauses nur wenige Meter weiter auf der Intensivstation seit Sonntag um das Leben eine 26-jährigen Türken Adem Özdamar kämpfen.Und so stehen Hagens Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer und der türkische Generalkonsul Dr. Hakan Akbulut Seite an Seite und erklären, dass sie die bekannten Fakten nicht weiter kommentieren wollen, dass sie sich der Aufklärung verpflichtet fühlen, und dass es wirklich Neues nicht zu sagen gibt.

Bekannt ist nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen, dass Adem Özdamar, dessen tragischer Fall seit Tagen türkische Medien zu Berichten veranlasst, in denen das kleine Einmaleins des zivilisierten Journalismus keine Rolle spielt, am Sonntag die Polizei gerufen hatte. Er fühlte sich von schwarzen Männern verfolgt. Die Beamten nahmen den jungen Türken, der Kokain genommen hatte, mit. Noch während der Fahrt wurde ein Notarzt gerufen. Auf der Wache randalierte der Türke aus unerklärlichen Gründen und musste von mehreren Beamten fixiert werden. Wenig später erlitt er einen Herzstillstand, konnte aber von einer Notärztin wiederbelebt werden. Seither liegt er im AKH. Sein Zustand ist lebensbedrohlich. Hoffnung gibt es kaum.

Türkiye: „War es Polizeiterror?”

Was deutsche Tageszeitungen zu Meldungen veranlasste, liefert in der Türkei seit Tagen den Stoff für Aufmachergeschichten. Vor allem weil die Familie des Türken die Öffentlichkeit sucht und schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhebt. Während in einer Artikelserie der Hürryiet von „schrecklichen Prügeln” die Rede ist, die den Türken ins Koma fallen ließ, fragt Türkiye „War es Polizeiterror?” und titelt „Türke brutal niedergeschlagen”.

Eine Art und Weise der Berichterstattung, zu der sich der Generalkonsul nicht weiter äußern möchte, die Polizeipräsidentin Ursula Steinhauer – vorsichtig formuliert – in den letzten vier Tagen verärgerte. „Ich würde mir wünschen, dass alle Seiten in den Berichten zu Wort kommen”, sagt sie moderat. Brisanz erhält die Medienkampagne auch vor dem Hintergrund, dass bei dem Brand eines Mehrfamilienhauses in Ludwigshafen neun Türken ihr Leben verloren.

Und so trafen sich Generalkonsul und Polizeipräsidentin zum „Informationsaustausch” und entschlossen sich spontan zum gemeinsamen Besuch im Krankenhaus – auch um die Wogen zu glätten. „Wir sind interessiert, dass die Ermittlungen sachlich und vertrauensvoll beendet werden”, sagt Dr. Hakan Akbulut und bedankt sich bei der Polizeipräsidentin, „die mit voller Kraft ihre Hilfe anbietet”.

Während die Medienmeute vor dem Krankenhaus die wohlgemeinten Worte notiert, ermittelt eine Kommission der Polizei Dortmund. Routinemäßig, wie es immer der Fall ist, wenn Kollegen aus Hagen an einem Vorfall beteiligt waren. „Die Vernehmungen stehen kurz vor dem Abschluss”, sagt Oberstaatsanwalt Reinhard Rolfes. Im Hirn des 26-Jährigen habe sich ein Ödem gebildet. „Mit vermeintlichen Schlägen hat das aber nichts zu tun. Ein rechtsmedizinisches Gutachten sieht darin eine Folge der Reanimation.” Bei der Fixierung habe der Türke Schürfwunden und Blutergüsse davongetragen.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Adem Özdamar – 26jähriger Muslim wird von der Polizei zu Tode geprügelt

  1. Egal

    Nur Weil Wir Özdamar´s Türken Sind , muss ja nicht hin geschrieben weden Adem Özdamar wollte abhauen und dann ist der mit seinem Kopf gegen die Wand geschlagen . Das war nicht normal wenn ich abhauen würde und mein Kopf gegen die Wand dann würde ich eine kleine Beule kriegen aber doch nicht so eine Platzwunde am Kopf das ist 100 Prozentig die Tatsache von denn Polizisten .

    Von : Özdamar

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