Ein Ehren-Codex ? – Beamten halten zusammen und decken sich.

Hagen. Mit Empörung hat die Staatsanwaltschaft Hagen auf einen Bericht der Frankfurter Rundschau zum Tod des 26-Jährigen Türken Adem Özdamar reagiert, der im Drogenrausch auf der Polizeiwache Mitte zusammengebrochen war und zunächst wiederbelebt wurde.
banner(‚rectangle‘,’300×250′);

Die überregional erscheinende Tageszeitung hatte unter dem Titel „Ärzte belasten Polizei – Koma auf der Wache” von „Zweifeln an der bisherigen Darstellung der ermittelnden Hagener Staatsanwaltschaft” in Bezug auf den Tod des 26-jährigen Türken Adem Özdamar geschrieben und offenbar ohne Zusammenhang aus den Ermittlungsakten zitiert.

Die  Nachrichtenagentur „ddp” hatte gestern Vormittag unter Berufung auf die Zeitung unter dem Titel „Türke soll auf Polizeiwache misshandelt worden sein” einen entsprechenden Bericht bundesweit verbreitet und erst am Nachmittag eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft eingefügt. In den letzten Wochen hatte bereits die Familie des Verstorbenen schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Türkische Medien hatten über Wochen berichtet.

„Wir haben kein Interesse, irgendetwas im Verborgenen zu halten. Von unseren bisherigen Darstellungen haben wir nichts zurückzunehmen”, erklärte der ermittelnde Staatsanwalt Reinhard Rolfes auf Anfrage der WP. „Wir haben immer erklärt, dass es Hämatome und Schürfwunden am Körper des Mannes gegeben hat, die durch die Fixierung und den massiven Widerstand verursacht wurden. Wir haben aber auch stets betont, dass diese nicht ursächlich für ein Ödem  im Kopf waren.” Todesursache, so  die Staatsanwaltschaft, seien laut Obduktion der übermäßige Kokainkonsum und das Ödem, das sich in Folge der Wiederbelebung gebildet habe.

Adem Özdamar hatte Mitte Februar im Drogenrausch auf der Polizeiwache an der Prentzelstraße randaliert, war von Beamten fixiert worden und brach  schließlich zusammen. Er musste von einer Notärztin reanimiert werden, wurde auf die Intensivstation des Allgemeinen Krankenhauses gebracht, wo er in der vergangenen Woche verstarb.

Reinhard Rolfes beruft sich bei seinen Aussagen nicht nur auf die bisherigen rechtsmedizinischen Untersuchungen sowie auf das vorläufige Ergebnis der Obduktion, sondern erklärt auch, dass es für die gesamte Dauer des Vorfalls auf der Wache unabhängige Zeugen (eine Rechtsreferendarin sowie Rettungssanitäter)  gebe. „Keiner dieser Zeugen hat in seiner Aussage von übermäßiger Gewalt der Polizisten gesprochen.”

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter demokratie, deutschland

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s