Neuer Sprecher des Koordinationsrates der Muslime: Kizilkaya

123266.jpg

Positive Bilanz gezogen

(KNA) Ali Kizilkaya (45), Vorsitzender des Islamrates für die Bundesrepublik Deutschland, ist neuer Sprecher des Koordinationsrates der Muslime (KRM). Das teilte Kizilkaya in Köln der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit. Kizilkaya übernimmt das Sprecheramt turnusgemäß für ein halbes Jahr. Er wird Nachfolger von Bekir Alboga (44), Dialogbeauftragter der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB).

Der neue Sprecher kündigte an, er werde die Linie seines Vorgängers fortsetzen. Wichtigstes Ziel des KRM sei die juristische Anerkennung als Religionsgemeinschaft in den Bundesländern. «Wir wollen islamischen Religionsunterricht möglichst bundesweit einführen. Dafür brauchen wir Landes-Religionsgemeinschaften.» Außerdem soll laut Kizilkaya bald eine KRM-Satzung verabschiedet werden. Dann gebe es möglicherweise einen Vorsitzenden. «Wir brauchen demokratische Strukturen.»

Kizilkaya wies Vorwürfe aus Medienberichten zurück, er vertrete keinen gemäßigten Islam. «Ich arbeite seit 20 Jahren in diesem Bereich und habe mir nichts zuschulden kommen lassen.» Er habe auch lange für die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) gearbeitet, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Diese sei jedoch eine «verfassungsloyale und gesetzestreue Organisation. Das Gegenteil ist noch nicht bewiesen», so Kizilkaya.

Der neue Sprecher wurde 1963 im türkischen Kayseri geboren und lebt seit 1972 in Deutschland. Er studierte in Bremen Politikwissenschaften. Seit 2002 ist er Vorsitzender des Islamrats und war zuvor Generalsekretär von Milli Görüs. Die Organisation wird von Beobachtern als wenig integrationsfördernd eingeschätzt. Sie soll im Islamrat eine wichtige Rolle spielen.

Der scheidende Sprecher Alboga zog eine positive Bilanz seiner Amtszeit. «Es war ein fruchtbares Halbjahr und wir haben viel politische Anerkennung auf Bundes- und Länderebene erfahren», sagte er der KNA. Vier Islamverbände hatten den Koordinationsrat vor einem Jahr gegründet, um die Interessen von Muslimen zu vertreten und Ansprechpartner für die Politik zu sein. Dem Dachverband gehören DITIB, Islamrat, der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) an. Alboga und Kizilkaya nahmen im März an der von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) begründeten Deutschen Islamkonferenz teil. 

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter deutschland, Islambild, moschee

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s