Afro-amerikanische Muslime und deren Identität

(TMO). Die Feier des „Black History Month“ (Schwarzer Geschichtsmonat) war eine Möglichkeit, um die Bemühungen und Leistungen der Afro-Amerikaner kennen zu lernen, aber auch, um Vorurteile und Rassismus zu bekämpfen. Heute ist der Islam die am schnellsten wachsende Religion in den USA. Die Mehrheit der Menschen, die Muslime werden, sind Afro-Amerikaner. Warum nehmen schwarze US-Bürger den Islam in solch großer Menge an? Liegt dies an der Pilgerfahrt (Hadsch) von Malcolm X nach Mekka oder dem islamischen Konzept der menschlichen Gleichheit?


Wenn Menschen an Afrika denken, dann fallen ihnen Schwarze, Bürgerkrieg und die AIDS-Epidemie an. Der intellektuelle Diskurs über Themen wie schwarze Geschichte im islamischen Zusammenhang ist unzureichend und fehlt in Geschichtsbüchern. Heute sind mehr als die Hälfte der Menschen in Afrika Muslime. Und viele der Afrikaner, die durch den Sklavenhandel in die USA kamen, stammten aus muslimischen Familien. Dabei wird häufig vergessen, dass es ein freigelassener äthiopischer Sklave, Bilal ibn Rabah, war, der als erster die Muslime in Medina zum Gebet rief. Die Wahl des Propheten fiel auf diesen Mann nicht nur aus individuellen Gründen, sondern auch, um die Ablehnung rassischer Diskriminierung im Geiste des Qur’an zu unterstreichen. Er wurde zu einem der bekanntesten Muslime der ersten muslimischen Gemeinde. Sein Name schmückt die Seiten der islamischen Geschichte als Lektion für alle, die Streit und Uneinigkeit unter Menschen, Rassen und Völkern fördern.

Betrachten wir heute die Lage der Muslime in den Vereinigten Staaten, so stellen wir fest, dass diese anhand künstlicher Trennlinien von Nationalität, Familie, ethnischer Kultur und Identität religiös und kulturell organisiert sind. Insbesondere in der Debatte um schwarze Identität bleibt inmitten von Islamophobie eine reichhaltige Geschichte vor uns verborgen, während Muslime und Islam als „mittelalterlich und unkultiviert“ gebrandmarkt werden. Die amerikanischen Muslime sollten in diesen Zeiten der bewussten Fehldarstellung wissen, dass islamische Gelehrte die Erben, Bewahrer und Weiterentwickler des römischen und griechischen Wissens waren.

Afrika und Islam haben mehr miteinander gemein als wir glauben wollen. Der Islam kam bereits früh nach Afrika. Die alte und bekannte Stadt Timbuktu im heutigen Mali war eine Kreuzung zwischen Westafrika und islamischer Kultur und Gelehrsamkeit. Timbuktu war die Stadt, zu der Gelehrte auf der Suche nach Wissen reisten. Als amerikanische Muslime sollten wir die Ideale von Wahrheit und sozialer Gerechtigkeit verfolgen.

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