Islam zum Anfassen

Eitorf – Besonders viel Mühe mit den deutschstämmigen Eitorfern gaben sich jetzt ihre türkischen Mitbürger, die gleich an zwei Tagen in ihre geräumigen Gebetsräume luden. Mehrfach holte Cemal Ergen Besuchergruppen auf dem Vorplatz der Moschee ab, um sie durch die Räume zu führen. Neben einem großen Hauptgebetsraum für die Männer gibt es einen kleineren Gebetsraum für die Frauen und diverse Seminar-, Büro- und Wirtschaftsräume.

Nach Mekka

Der große Gebetsraum ist nach Osten ausgerichtet, damit die gläubigen Moslems sich Richtung Mekka verneigen können, wenn sie ihre Gebete verrichten. Fünf davon sind am Tag vorgeschrieben, die aber nicht zwingend in der Moschee verrichtet werden müssen. Dabei variiert die Länge der Gebete, die jeweils aus dem Rezitieren von Koranversen besteht. „Beim Morgengebet sind es vier Verse, beim Nachtgebet 13, insgesamt dauert eine Gebetseinheit aber nie länger als 20 Minuten“, erklärte Ergen.

Dass Frauen und Männer beim Beten getrennt sind, soll vor Ablenkungen schützen. „Besucher sind bei uns jederzeit herzlich willkommen – sogar beim Freitagsgebet“, betonte Ergen, der auch dazu ermunterte, sich in der Moschee-eigenen Bibliothek über Islam und Koran zu informieren. In den großen Seminarräumen im ersten Stock finden Integrationskurse statt und am Wochenende kommen Kinder und Jugendliche zur Koranschule.

„Das ist ein freiwilliger Religionsunterricht, zu dem niemand gezwungen wird“, betonte Rene van Floorop, der im Anschluss an den Rundgang einen Vortrag hielt – vollgepackt mit Basis-Informationen über den Islam. Floorop konvertierte vor zehn Jahren zum Islam.

Nach dieser Einführung bei Tee, Halkum (geleeartige süße Würfel) und Baklava (türkisches Gebäck) gab es Gelegenheit, Fragen zu stellen, die die im Schnitt etwa zehnköpfigen Besuchergruppen rege nutzten. So wurde etwa auch das häufig verbreitete negative Image des Islam thematisiert: „Wie ist das eigentlich mit dem Märtyrer-Tod und den Jungfrauen?“

Töten verwerflich

„Terroristen machen den Islam zu einem politischen Werkzeug. Im Koran steht sogar, dass einen Unschuldigen zu töten genauso verwerflich ist, wie die ganze Welt zu vernichten“, stellte van Floorop klar. Auch das Thema „Dialog mit den Kirchen vor Ort“ wurde angesprochen. „Wir wünschen uns gemeinsame Veranstaltungen und einen besseren Austausch“, sagte Cemal Ergen.

Eine erneute Chance zum Dialog bietet sich vom 22. bis 25. Mai. Die türkisch-islamische Gemeinde lädt ein zu ihrem Sommerfest in und vor der Moschee an die Siegstraße 30.

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