20-Jähriger Konvertit: „Klarheit des Islams sprach mich an“

Der Bad Säckinger Roland Napierala nennt sich Ali. Vor zwei Jahren konvertierte der heute 20-Jährige zum Islam – und ist heute überzeugt, dass er das Richtige gemacht hat. BAD SÄCKINGEN. Mit 18 Jahren hat Roland Napierala seinem religiösen Leben eine ungewöhnliche Wendung gegeben: Er ist zum Islam konvertiert. Der einstige Katholik fühlte sich von der Klarheit dieser Religion angezogen. Aber diesen Schritt auch wirklich zu gehen, kostete ihn einige Überwindung.

Wie es dazu kam, hat er unserer Jugendredakteurin Nina Witwicki erzählt. Roland Napierala aus Obersäckingen konvertierte mit 18 zum Islam | Foto: Nina Witwicki Zwischen 6.20 und 8.10 Uhr nach der rituellen Waschung findet das erste Gebet des Tages statt. Fünfmal betet der 20-jährige Roland Napierala jeden Tag. Roland mit dem islamischen Namen Ali ist kein gewöhnlicher junger Mann, er ist Moslem und richtet sein Leben streng nach dem Koran aus. Doch das war längst nicht immer so: Der in Deutschland lebende Pole war zuvor katholisch und arbeitete aktiv als Ministrant in der Kirche mit. Vom 14. Lebensjahr an befasste er sich mit anderen Religionen.

Seine Wandlung zum Islam resultierte aus einem Gespräch mit seinem Onkel, der als überzeugter Moslem und gebürtiger Ägypter versuchte, ihm die Religion Allahs näher zu bringen. „Es war wirklich nicht leicht, sich für diese Religion zu entscheiden“, erinnert sich Roland, doch faszinierte ihn die klare Darstellung eines einzigen Gottes. Im Gegensatz zum katholischen Glauben kennt der Islam keine Heiligenverehrung. Im Glaubensbekenntnis heißt es: „Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Gesandter.“ Moslem zu sein bedeutet, sein Leben strikt nach dem Islam auszurichten. Anfangs hatte er richtig Angst, diese Regeln zu befolgen: „Ich wollte meine Unabhängigkeit nicht verlieren.“ Für diesen Schritt war er noch nicht bereit:

So kam es, dass er sich im Alter von 16 Jahren überhaupt nicht mehr mit der Religion beschäftigte und wieder begann, mit Freunden zu feiern und zu trinken. Roland erklärt: „Mit 18 verstand ich, was es heißt Moslem zu sein, nachdem ich mir ein paar Vorträge von einem Mann im Internet angehört habe, der ebenfalls konvertiert ist. Ich fühlte mich von ihm richtiggehend angesprochen und fing an, den Islam zu praktizieren.“ Er beschäftigte sich mit dem Koran, betete und hielt sich zum ersten Mal an die Fastenzeit der Moslems, den Ramadan. In dieser Zeit darf nur vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang gegessen und getrunken werden. Der Koran verbietet es ebenso, Schweinefleisch zu essen. „Ich folge streng diesen Regeln, denn der Islam bestimmt mein Leben.“

Rolands Familie, mit Ausnahme seiner ältesten Schwester, ist zum Islam konvertiert und geht regelmäßig in die Moschee nach Bad Säckingen. Dort hatte es der blonde Junge mit den grünen Augen nie leicht, als konvertierter Moslem akzeptiert zu werden. „Das dauerte seine Zeit“, erzählt Roland. Eine andere Schwierigkeit besteht darin, dass so mancher Freund aus Kindertagen sehr kritisch beobachtete, wie Ali nun sein Leben gestaltet und in bestimmten Situationen handelt. Ein Moslem sollte sich, so erzählt er, nicht in Gesellschaft befinden, in der Alkohol getrunken oder auch geraucht wird. Roland hat eine marokkanische Freundin in Bielefeld, die ebenfalls seine Lebenseinstellung zum Islam teilt. „Doch im Islam hat man streng genommen keine Freundin, sondern die einzige Beziehung, die zwischen Mann und Frau bestehen sollte, ist die Ehe“, erklärt Roland.

Deshalb sind Roland und seine „Freundin“ bereits verlobt. Die Beiden haben sich über das Internet kennengelernt und sich zum ersten Mal an einer Veranstaltung der Muslimischen Jugend in Deutschland gesehen. In naher Zukunft möchte Ali Napierala nach dem Abitur im September sein Studium für Islam- und Wirtschaftswissenschaften an der Uni Basel aufnehmen. „Und nach dem Bachelor möchte ich heiraten und an der berühmtesten islamischen Universität, der Al-Azhar in Kairo, studieren.“ Nina Witwicki ist Mitglied der Jugendredaktion der Badischen Zeitung in Bad Säckingen. Die 19-Jährige wohnt im Laufenburger Stadtteil Rotzel und besucht die Rudolf-Eberle-Schule in Bad Säckingen.

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