Von Galaxie zu Galaxie

Gestern habe ich eine sehr außergewöhnliche Erfahrung gemacht. Nach einem harten Arbeitstag wollte ich zusammen mit drei Freunden mich zu einem Snack auf dem Planeten Neptun treffen. Also stieg ich in mein Spaceship des Herstellers Mirage Flight ein und flog von meinem Heimatplaneten Sonne dort hin. Anfangs erschwerten mir die Meteriodenstürme die Sicht, aber das eigentliche Problem stellte wiedermal der Weltraumschrott dar.

Anyway, nach einer holprigen Landung auf meinem Zielplaneten Neptun traf ich Bilal, x2z3 und Shams. Unser Quartett war im Buraq Sektor auf Neptun sehr bekannt für seine geistreichen Gespräche und lyrischen Dispute,  auch bekannt als Battles. Unsere Location, wo wir uns regelmäßig treffen ist unser Stammlokal Sharbat-IN. Das hat eigentlich keinen bestimmten Grund, außer denjenigen, dass die Power Android Energy Ayran Drinks unsere Geschmackschips auf unserer Zunge enorm stimulieren.  Sharbat-IN war auch heute rappel voll, aber zum Glück fanden wir einen freien Dreier-Tisch. Unser Freund x2z3 zieht es eh vor bei unseren Talk in der Luft zu schweben, statt zu sitzen.

Unser Thema war die Zakat, die am 45. Shawwal 2931 fristgerecht entrichtet werden muss. Wir unterhielten uns darüber, welches Edelmetall, Brocks oder Dice, sich für die Entrichtung der Zakat am besten eigenen würde. (Zur Info, ein Brocks ist sieben Mal wertvoller als ein Dice.) Die Fatwas des Gelehrten Ahmed bin Jamal min Mars-i dienten als Basis für unseren Diskurs.

Nach 0.3 Space Stunden wurde es für mich Zeit wieder aufzubrechen, aber ich spürte, dass die Power Android Energy Ayran Drinks meine Navigationsimplantate beeinträchtigt hatten. Ich stieg dennoch in meinen Mirage Flight ein und starte meinen Liquid Laser Light Engine (L.L.L.E.). Ich merkte, dass meine Entscheidung falsch war, als meine Navigationsimplantate mich endgültig in Stich ließen und ich mich plötzlich in einem fremden benachbarten Sternensystem wiederfand. SubhanAllah, diese Galaxie hatte ich noch nie zuvor gesehen oder von ihr etwas gehört. Die Farben, die Düfte, die Zeitrechnung, die Naturelemente  – alles war anders als in meinem Heimatsternensystem Nasr23.

Aber dann passierte es wieder. Es brummte, summte und vibrierte und ich befand mich mit meiner Mirage Flight wieder in einem anderen Sternensystem. Dies ereignete sich insgesamt 113.275 Mal innerhalb von F dhaman Lichtjahren. In dieser Zeitperiode studierte ich die Sternensysteme. Ich dokumentierte alles und legte ein Tagebuch über meine Sinneseindrücke an.

Auf allen Planeten, die ich besuchte, begegnete ich verschiedenen Lebensformen, die unabhängig  von ihrer molekularen Beschaffenheit, an eine und einzige Gottheit glaubten. Die Namen, die sie dem einen Gott gaben, waren von Planeten zu Planeten und von Galaxien zu Galaxien grundverschieden.  Aber die Attribute, die sie ihrer Gottheit zuschrieben waren identisch, wie z.B. der Allwissende, der Erschaffer, der Barmherzige, der Versorger, der Vorausschauende, der Allsehende…

Angekommen auf meinem Heimatplaneten Sonne, setzte ich meine Studie über die verschiedenen Galaxien fort und las in meinem Qur’an die Sure Al Fatiha, in der es im zweiten Vers lautet „Al-hamdu li-llāhi rabbi l-‚ālamīn“, was ungefähr bedeutet „Alle Lobpreisung gebührt Allah, dem Herrn der Welten.“

Endlich, endlich begriff ich das Gewicht dieser Worte, dieser Aya, dieser Offenbarung. Die Dimension, die dahinter steckt. Doch zugleich war mir auch dessen bewusst, dass ich nur die Spitze des Eisbergs gesehen hatte, denn wer sagt mir, wie viele Galaxien und Sternensysteme auf uns draußen noch warten.

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Dschunaid Salam – Diesseits, d. 23.05.2009

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