9/11 und die globale Diskriminierung der Muslime als Folge

Salaam & Hallo,

ich möchte heute, am 11. September 2009, nicht auf die Hintergründe dieser schrecklichen Tat eingehen – zumal die Urheberschaft des Terrors nicht zu 100% bewiesen ist. Vielmehr geht es um die Auswirkung des 11. Septembers auf uns – jene Völkergruppe, die sich als Muslime bezeichnet – und um die Stigmatisierung, die einige von uns, insbesondere unsere Schwestern im Islam jeden Tag in der Bahn, auf der Straße, beim Einkaufen, etc. erfahren müssen.

Die psychischen Schäden, durch diese – bereits salonfähig gemachte – Islamophobie sind enorm. Dennoch finden sie weder von uns Muslimen noch von der Mehrheitsgesellschaft  genügend Aufmerksamkeit. Dieses Thema muss von Fachleuten, wie Psychologen, Soziologen, Ethnologen, ua. Berücksichtigung finden. Nur die Behandlung dieser tiefen seelischen Narben kann diesen Menschen helfen sich UNSERER Gesellschaft vom ganzen Herzen zu öffnen und nicht in einer Parallelgeschaft nach gesellschaftlicher Gleichstellung zu suchen.

In folgendem Video „Blue Eyed“ wird eben diese Thematik bereits im Jahre 1996 aufgegriffen. In dem Film bezieht sich diese Ausgrenzung auf afroamerikanische Menschen, die seit Jahrhunderten tiefe seelische Narben haben. Die Folgen kennt die Weltöffentlichkeit zu gut. South Central LA, Compton, Bronx – jene Stadtteile, wo sich Afroamerikaner – gelenkt durch gezielte Politik – zurückziehen, unter sich bleiben und die Bereitschaft zur Kriminalität und Gewalt sich jeden Tag spiegelt.

Hörtext runterladen

Hier der Film „Blue Eyed – Blauäugig“

Hier ein paar Hintergrundinformationen zum Film:

Dokumentation USA 1996 Jane Elliott, ehemalige Lehrerin aus Iowa (USA), führt seit über 30 Jahren einen engagierten Kampf gegen Vorurteile, Ignoranz und Rassismus in ihrer Gesellschaft. Was sie nach dem Tode von Martin Luther King jun. 1968 mit ihren Schülern und Schülerinnen begann, praktiziert sie heute mit Lehrer/innen, Studierenden, Feuerwehrleuten oder ganzen Bankbelegschaften. In Workshops teilt sie die Menschen ein in BLAUÄUGIGE und BRAUNÄUGIGE und weist den Blauäugigen alle schlechten Eigenschaften zu, die in unseren Gesellschaften Schwarzen, MigrantInnen, Behinderten, Schwulen, Lesben und Frauen angehängt werden. Sie erklärt die Braunäugigen für besser und intelligenter und stattet sie mit Privilegien aus, die sie den Blauäugigen, die sie als schlecht, minderwertig und dümmer abqualifiziert, nicht gewährt. Viele Weiße (vor allem Männer) erspüren hier zum ersten Mal das Gefühl, zu denen zu gehören, die nie gewinnen können, und so behandelt zu werden, wie die Gesellschaft Frauen behandelt, Farbige behandelt oder Menschen, die körperlich abweichend sind. Innerhalb von 15 Minuten gelingt es Jane Elliott einen Mikrokosmos unserer Gesellschaft zu kreieren mit allen Phänomenen und Gefühlen, die auch in der Realität aufscheinen. Auch die TeilnehmerInnen, die über die das Konzept des Workshops kennen, können sich ihrer Rolle nicht entziehen. Der Workshop ermöglicht es den TeilnehmerInnen, die Wirkungen der Diskriminierungsstrukturen in unseren Gesellschaften zu erkennen. Zweck des Workshops ist es laut Jane Elliott, Menschen für diese Strukturen zu sensiblisieren und zu verdeutlichen, daß es nicht ausreicht, nichts zu tun, um Rassismus zu bekämpfen. „Damit Rassismus funktioniert, reicht es für die braven Leute aus, nichts zu tun.“ (Jane Elliott) Dieser Film über Jane Elliott und ihr Workshop-Konzept wurde von dem Münchener Filmemacher Bertram Verhaag 1995 in den USA gedreht und zeigt Teile eines Workshops, Teile von Präsentationen und Interviews mit Jane Elliott, die sich nach wie vor einladen läßt, um ihren Workshop anzubieten und über ihre Erfahrungen zu berichen. (http://www.eyetoeye.org/de/film/index.shtml)

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