Integrationspreis für Arslan Yalcin

„Die Regierung wünscht sich mehr Lehrpersonal mit ausländischen Wurzeln. Arslan Yalcin ist ein Paradebeispiel.

Arslan Yalcin (33) ist ein Mann, der perfekt in die Vorstellung der Kanzlerin passen dürfte: Seine Familie stammt aus der Türkei, er ist gläubiger Muslim, leidenschaftlich gern Lehrer, spricht perfekt deutsch – und er ist fest verankert in der Gesellschaft. Wenn man ihn fragt, ob er sich inte­griert fühlt, lacht er. „Ich kann das Wort nicht mehr hören. Klar bin ich integriert. Deutschland ist schließlich meine Heimat.“

Vom Gastarbeiterkind zum Bildungsbürger

Eine typische Geschichte: Seine Eltern kamen als Gastarbeiter in den 70-er Jahren nach Essen, der Vater fand Arbeit bei Thyssen-Krupp. Arslan Yalcin wurde zwar hier geboren, aber mit drei Jahren zur Oma in die Türkei geschickt, „denn meine Eltern wollten bald nachkommen.“ Aber sie blieben und so kehrte der Sohn mit elf Jahren nach Essen zurück – ohne ein einziges Wort Deutsch zu sprechen.

„Aber ich hab’s gepackt.“ Die Sprache zu lernen, schließlich Abitur und Studium zu absolvieren. Heute ist er deutscher Staatsbürger, hat Familie, einen internationalen Freundeskreis und ist Lehrer am Heisenberg-Gymnasium in Gladbeck. Seine wichtigste Botschaft an die Schüler: „Wenn ich das geschafft habe, kannst du das auch schaffen.“

Was ihn an der Debatte stört: „Dass sie pauschal geführt wird.“ Klar würden Probleme bei der Integration bestehen, „aber nur konstruktive Vorschläge helfen.“ Was er darunter versteht, stemmt er in Eigeninitiative. Yalcin gründete ein Patenschaftsmodell: Ein erfolgreicher Schüler kümmert sich ein Jahr intensiv um einen schwächeren Schüler. Wer seine Defizite aufgeholt hat, kann selbst Pate werden. Yalcin bekam für die Idee den Integrationspreis der Bundesregierung.“

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Eingeordnet unter deutschland, Migrationshintergrund

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