Die geistige Stellung der Frau im Islam

Lassen Sie mich damit beginnen, die falsche Auffassung über die geistige Stellung der Frau im Islam zu berichtigen und die Frage zu klären, ob sie eine Seele besitzt, die das Paradies erleben kann oder nicht. Der Koran unterstreicht kategorisch, daß Männer und Frauen, die nach den islamischen Grundsätzen leben, gleichen Lohn für ihre Mühen erhalten werden: „Siehe, die muslimischen Männer und Frauen, die gläubigen, gehorsamen, wahrhaftigen, standhaften, demütigen, almosenspendenden, fastenden, ihre Scham hütenden und Allahs häufig gedenkenden Männer und Frauen, bereitet hat ihnen Allah einen gewaltigen Lohn.“(33:35)

Außerdem sagt Allah: „Wer das Rechte tut, sei es Mann oder Frau, wenn er nur gläubig ist, den wollen wir lebendig machen zu einem guten Leben und wollen ihn belohnen für seine Werke.“(16:97)

Jede der fünf Säulen des Islam: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, Armensteuer und Wallfahrt ist für Frauen ebenso wichtig und verbindlich wie für Männer, und es gibt keinen Unterschied hinsichtlich ihrer Belohnung. Denn Allah sagt im Koran: der am meisten Geehrte unter euch vor Allah ist der Gottesfürchtigste unter euch.“(49:13)

Erwähnenswert ist auch, daß eine der markantesten Figuren der islamischen Mystik, Rabia al-Adawija, eine Frau war.

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Die intellektuelle Stellung der Frau im Islam

Nachdem wir die geistig-seelische Gleichwertigkeit von Mann und Frau im Islam klar bewiesen haben, stellt sich die Frage, wie es mit ihrer Intelligenz ihrem Wissen und ihrer Bildung steht. Der Prophet Muhammad (s) sagte: „Das Streben nach Wissen ist eine Pflicht für jeden Muslim, Mann oder Frau“, und weiter: „Sucht nach Wissen, von der Wiege bis zum Grab.“ Für einen Muslim ist Wissen nicht in geistliches und weltliches unterteilt, und was die Worte des Propheten (s) sagen, bedeutet: jeder Muslim, Junge oder Mädchen, Mann oder Frau sollte sich soweit wie möglich seiner Bildung widmen und folgende Worte Allahs aus dem Koran vor Augen halten: und darum fürchten Allah von seien Knechten nur die Wissenden.“(35:28)

So besitzen nach islamischer Auffassung sowohl Männer als auch Frauen die Fähigkeit zum Lernen, Verstehen und Lehren, und eines der Ziele des Erwerbs von Wissen ist, daß man sich Allah bewußter wird. Im Islam geht man davon aus, daß je mehr jemand, ob Mann oder Frau, die Schöpfung zu erforschen sucht und ihre Vorgänge betrachtet, er desto stärker sich des Schöpfers bewußt wird, der Kraft, die die Schöpfung vollbracht hat und erhält. Eine der berühmtesten Frauen der islamischen Geschichte ist Aischa, die Frau des Propheten, und die Fähigkeit, aufgrund derer man sich hauptsächlich an sie erinnert ist ihre Intelligenz und ihr außerordentliches Gedächtnis. Sie wird dank dieser Fähigkeit als eine der verläßlichsten Quellen der ahadith-Überlieferung betrachtet.

Mehr als tausend ahadith wurden von ihr berichtet, und sie gilt als einer der großen hadith-Lehrer. Allgemein gesagt war in der muslimischen Welt des frühen Mittelalters den Frauen überhaupt kein Hindernis oder Verbot des Strebens nach Wissen auferlegt worden im Gegenteil, die Religion ermutigte sie sogar dazu. Folglich wurden viele Frauen als Religionsgelehrte, Schriftstellerinnen, Dichterinnen, Ärztinnen und Lehrerinnen berühmt, wie zB. Nafisa, eine Nachfahrin von Ali, die eine so große Autorität in der hadith-Wissenschaft war, daß Imam asch-Schafi’i in al-Fustat (Alt-Kairo) in ihrer Runde saß, als er sich auf der Höhe seines Ruhmes befand, und Schaiha Schuhda, die öffentlich in einer der bedeutendsten Hauptmoscheen von Bagdad vor großer Zuhörerschaft Vorträge über Literatur, Rhetorik und Dichtkunst hielt und eine der führenden Gelehrten des Islam war (vgl. Shalaby, Ahmad: History of Muslim Education, s.193).

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele von gelehrten muslimischen Frauen, die Lehrerinnen, Schriftstellerinnen und Dichterinnen waren und höchstes Ansehen in der muslimischen Gesellschaft genossen. Die muslimische Frau wird deshalb auf jede erdenkliche Art dazu ermutigt, in allen Bereichen zu ihrem eigenen geistigen Wohl nach Wissen zu streben und ihre akademische oder berufliche Ausbildung zum Nutzen der Gemeinschaft zu gebrauchen.

Quelle: Aisha B. Lemu und Fatimah Grimm „Frau und Familienleben im Islam“, S. 5ff.

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9. Juni 2014 · 21:23

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