Keine Geburtstagsfeier der Propheten

Im Islam gibt es eigentlich kein „Geburtstagsfest“ des Propheten Muhammad – Allah segne ihn und gebe ihm Heil – noch irgendeines anderen Propheten oder Imams der Āl-al-Bait, sondern höchstens einen Gedenktag. Da das genaue Datum des Geburtstages des Propheten Muḥammad – Allah segne ihn und gebe ihm Heil – jedoch nicht bekannt ist, sondern nach Meinung der sunnitischen Gelehrten vom 9. bis zum 12. Rabī´ al-Auwal wahrscheinlich ist, können wir uns diesbezüglich auch nicht endgültig festlegen.Wie von nichtmuslimischen Historikern ermittelt, wurde Jesus Christus – Friede sei auf ihm – im Spätsommer des Jahres 7 vor Christus geboren. Die Nacht vom 24. auf den 25. December (korrekte klassische Aussprache: Dekember) ist also keinesfalls das richtige Datum seiner Geburt. Vielmehr wurde von der frühen christlichen Kirche dieses Datum gewählt, um dem römischen Fest der Saturnalien einen christlichen Hintergrund zu geben, da sie dieses Fest sonst nicht gänzlich ausmerzen können hätten. Der deutsche Name „Weihnachten“ deutet noch auf den heidnisch-germanischen Hintergrund dieses Festes bei den alten Germanen als Wintersonnendfest hin.

In der christlichen Weihnachtsgeschichte heißt es, Maria (Maryam) – Friede sei auf ihr – sei mit ihrem Ehemann, bzw. Verlobten, dem Zimmermann (bzw. Bauhandwerker) Josef aus Nazaret nach ihrem Geburtsort Bethlehem gekommen, da Kaiser Augustus eine Volkszählung zur Berechnung der zu erwartenden Steuereinnahmen im Römischen Reich angeordnet hatte. Aus historischer Quelle geht hervor, daß dieser Befehl im Jahre 8 vor Christus erging und im folgenden Jahr, also im Jahre 7 v. Chr. ausgeführt wurde. Wie heute bekannt, hat sich der christliche Mönch Exiguus bei der Berechnung des Geburtsdatums Jesu Christi um ein paar Jahre verrechnet.

Die varronische Zeitrechnung (a. u. c., Abkürzung für ab urbe condita oder auch für Anno Urbis Conditae wurde von den frühesten Chronisten des Mittelalters zur Datierung benutzt, steht für die Jahre „seit der Stadtgründung“ des Alten Rom) und wurde durch die vom Mönch Dionysius Exiguus im Jahr 525 vorgeschlagene christliche Zählung abgelöst, jedoch nicht vor dem 8. Jahrhundert. Anfangs nur auf einen kleinen Kreis in Rom beschränkt und beachtet, verschaffte sich seine Zeitrechnung immer mehr Geltung und verdrängte im 10. und 11. Jahrhundert in der christlichen Welt die anderen Zeitrechnungen.

Dionysius zählte die Jahre nicht mehr wie bisher verbreitet üblich, nach der Ära Diokletians, sondern ab incarnatione Domini, seit der Menschwerdung (Geburt) Christi. Aber bei der Umrechnung der Jahre in „nach Christi Geburt“ verrechnete sich der Mönch – nach heutigen Erkenntnissen setzte er die Geburt Jesu von Nazaret um vier oder sieben Jahre zu spät an, denn Jesus wurde noch zu Lebzeiten Herodes’ des Großen geboren, der nach heutiger Datierung im Jahr 4 v. Chr. starb. Wahrscheinlich vergaß Dionysius Exiguus, dass der Name des Kaisers Augustus in den Jahren 30–27 v. Chr. anders lautete, nämlich Imperator Caesar Divi filius. [Quelle: Wikipedia]

Weiterhin heißt es in der christlichen Weihnachtsgeschichte, daß zur Zeit von Christi Geburt am Himmel ein leuchtender Stern aufgetreten sei. Wie die Astronomen ermittelt haben, handelte es sich hierbei nicht um einen einzelnen neu aufgetretenen Stern, sondern um die Konstellation von drei Planeten unseres Sonnensystems, die, von der Erde aus gesehen, einige Tage lang so dicht beieinander, bzw. hintereinander, standen, daß sie vom bloßen Auge als ein einziger sehr heller Stern wahrgenommen wurden. Diese seltene Konstellation ergab sich nach den astronomischen Berechnungen im Spätsommer des Jahres 7 v. Chr.

Die christliche Weihnachtsgeschichte berichtet ferner davon, daß bei Jesu angeblicher Geburt in Bethlehem die Hirten mit ihren Herden nachts im Freien auf der Weide gewesen seien. Wer Palästina kennt, weiß, daß sie das im Winter nicht tun, weil es dort dafür zu kalt ist. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, daß – sollte die Geschichte von den Hirten im Freien zutreffen – die Geburt Jesu nicht in der Nacht vom 24. auf den 25. Dekember war.

Der Koran (Qurʾān), der u. a. auch zur Richtigstellung falscher früherer Vorstellungen und Informationen der Juden und Christen geoffenbart wurde, beschreibt in der 19. Sure „Maryam“ (16–33) die Geburt Jesu. Dort heißt es, daß Maria (Maryam) sich vor ihren Anghörigen an einen „östlichen“ Ort zurückzog (V. 16), wo ihr der Engel erschien. Als sie dann ohne Ehemann schwanger geworden war, zog sie sich an einen „entfernten“ Ort zurück ( V. 22). Wenn man von Bethlehem, das südlich von Jerusalem im judäischen Hochland liegt, nach Osten begibt, kommt man in den Jordantalgraben mit dem nördlichen Ende des Toten Meeres hinunter, dessen Oberfläche heute bei ungefähr 400 Metern unter dem Meeresspiegel liegt, weswegen diese Gegend gegenüber dem judäischen und transjordanischen Hochland verhältnismäßig warm ist, so daß dort Dattelpalmen nicht nur wachsen, sondern auch reife Früchte hervorbringen können. Deren Reife- und Erntezeit ist der Spätsommer, und wie es im Qurʾān heißt, kam Maryam an eine Dattelpalme mit erntereifen Früchten (V. 25). Außerdem entsprang bei dieser Dattelpalme ein Bächlein oder Rinnsal mit Wasser zum Trinken (V. 24). Diese Beschreibung paßt genau auf diese Gegend sowohl am westlichen als auch am östlichen Ufer des Toten Meeres: In das Deckgebirge aus Kalkstein sickert Wasser aus Niederschlägen und dieses Grundwasser stößt dann unter dem Deckgebirge auf wasserundurchlässige Schichten, so daß es seitlich weiterläuft und an den Rändern des Grabens nicht weit oberhalb des Toten Meeres austritt. An diesen Quellen und Rinnsalen wachsen in meist schwer zugänglichem Gelände Schilf, wilde Dattelpalmen und einige andere Pflanzen.

Damit widerlegt die koranische Version der Geschichte von der Geburt Jesu die christliche: Er ist nicht in Bethlehem selbst in einer Krippe geboren, sondern in einiger Entfernung außerhalb, östlich davon. Zur Zeit seiner Geburt war Maria (Maryam) weder verlobt noch verheiratet, sondern lebte mit ihrer Familie vermutlich in Bethlehem und nicht mit ihrem Verlobten in Nazaret, was jedoch nicht ausschließt, daß sie später einen Zimmermann (Bauhandwerker) aus Nazaret heiratete und Jesus dort aufwuchs.

Es ist jedoch beschämend, wie wenig sich viele Muslime der koranischen Version der Geburt Jesu Christi und deren wahren Sachverhalts bewußt sind und stattdessen die christliche für wahr halten oder sogar zusammen mit den Christen den angeblichen Geburtstag des Propheten Jesus in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember feiern.

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