Schlagwort-Archive: Annemarie Schimmel

Dein Wille geschehe – Du’a (Bittgebete)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Du'a (Bittgebet)

Ein Bittgebet (Du’a)

Ein tanzender Derwisch

„0 Gott!“ rief einer viele Nächte lang,
Und süß ward ihm sein Mund von diesem Klang.
Viel rufst du wohl“, sprach Satan voller Spott,
„Wo bleibt die Antwort ‚Hier bin Ich!‘ von Gott?“…
Als er betrübt, gesenkten Hauptes schwieg,
Sah er im Traum, wie Khidr niederstieg
Und sprach: „Warum nennst du Ihn denn nicht mehr?
Was du ersehnt, bereust du es so sehr?“
Er sprach: „Nie kommt die Antwort ‚Ich bin hier!‘
So fürchte ich, Er weist die Türe mir!“
„Dein Ruf,0 Gott!‘ ist Mein Ruf ‚Ich bin hier!‘
Dein Schmerz und Flehn ist Botschaft doch von Mir,
Und all dein Streben, um Mich zu erreichen:
Daß Ich zu Mir dich ziehe, ist‘s ein Zeichen.
Dein Liebesschmerz ist Meine Huld für dich;
Im Ruf, 0 Gott!‘ sind hundert ‚Hier bin Ich!“

Dschalaluddin Rumi

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter islam

Hikam – Worte der Weisheit (Buchvorstellung)

(iz). Tadsch Ad-Din Abu Al-Fadl Ahmad ibn Muhammad Ibn Ata’illah Al-Iskandari (auch geschrieben Ibn Ata Allah oder As-Sikandari) ist einer der großen Gelehrten und Schaikhs des Tasawwuf. Er war aber auch Muhaddith (Hadith-Gelehrter) und Rechtsgelehrter der Schule des Imam Malik. Sein Schaikh war ‘Abu’l-’Abbas Al-Mursi, dessen Schaikh wiederum Abu’l-Hassan Asch-Schadhili war.

Ibn Ata’illah wurde in Alexandria (Al-Iskandarija) in einer Familie von angesehenen Maliki-Gelehrten geboren, die vom arabischen Stamm der Banu Dschudham abstammte. Sein Großvater ‘Abd Al-Karim war ein namhafter Rechtsgelehrter, der mehrere Bücher verfasst hat. Ibn Ata’illahs Vater Muhammad, der auch ein Faqih, ein Gelehrter im Fiqh, war, war ein Schüler von Abu’l-Hassan Asch-Schadhili (593/1197 – 656/1258), auf den die Schadhilija-Tariqa zurückgeht. In seiner Jugend erhielt Ibn Ata’illah eine traditionelle islamische Ausbildung in Fächern wie Qur’an-Rezitation, Hadith, Tafsir (Qur’an-Kommentar), Grammatik, Usul, Philosophie, Literatur und natürlich Fiqh bei einigen der besten und herausragendsten Lehrern in Alexandria, zusätzlich zu der Unterweisung, die er zweifelsohne von seiner Familie erhielt. Anfänglich war Ibn Ata’illah, im Unterschied zu seinem Vater, dem Tasawwuf gegenüber eher ablehnend eingestellt, wie er selbst im Lata’if Al-Minan schreibt. Seiner eigenen Begegnung mit Schaikh ‘Abu’l-’Abbas Al-Mursi, dem Nachfolger von Asch-Schadhili, ging ein Streitgespräch mit einem von Al-Mursis Schülern voraus. Daraufhin entschloss Ibn Ata’illah sich, selbst zu Schaikh Al-Mursi zu gehen und sich ein Bild zu machen, denn, wie er sagte, „ein Mann der Wahrheit hat bestimmte Zeichen, die nicht verborgen werden können“. Diese Begegnung war für Ibn Ata’illah so überwältigend, dass er von da an, um das Jahr 674/1276 ein Schüler von Schaikh Al-Mursi war und der Tariqa Schadhilija angehörte. Sein Schaikh starb zwölf Jahre später, und Ibn Ata’illah sagte, dass er ihn in all den Jahren nie etwas sagen hörte, was der Schari’a widersprach. Während dieser Zeit wurde Ibn Ata’illah selbst zum Lehrer. Es wird beschrieben, dass er eine majestätische Erscheinung hatte, von großer Eloquenz war und über tiefes Wissen verfügte, sowohl vom spirituellen Pfad als auch in den anderen islamischen Wissensbereichen. Er verband die Schari’a mit der Haqiqa. Eine Reihe von Wundertaten (Karamat) sind von ihm bezeugt und überliefert.
Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter islam

Bedeutung und Inhalt von islamischen Bittgebeten

Aus dem Nachwort des Buches „Dein Wille geschehe“ (Annemarie Schimmel)

Des Gebetes beraubt zu sein wäre für mich viel schwerer als der Erhörung beraubt zu sein“, sagte ein mittelalterlicher Muslim. Mit diesen Worten hat er sicherlich das Gefühl vieler Frommer im islamischen Gebiet ausgedrückt. Noch der große Dichter und Religionsphilosoph unserer Zeit in Indo-Pakistan, Muhammad lqbal (1877-1938), hat dem Gebet als einem Mittel geistiger Er¬leuchtung ein wichtiges Kapitel in seinem Werk gewidmet und kraftvolle Gebetsgedichte geschrieben.Der Außenstehende weiß vom islamischen Gebet kaum mehr, als daß der Muslim verpflichtet ist, fünfmal täglich zwischen der Zeit vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang ein rituelles Gebet zu verrichten, das nach einer Reinigungszeremonie aus einer Folge von vorgeschriebenen Bewegungen und Rezitationen be¬steht und durch freiwillige Gebetseinheiten noch verlängert wer¬den kann. Die tiefe Versunkenheit eines in der Moschee, das ist der „Platz, wo man sich niederwirft“, oder auf freiem Felde, im über¬füllten Zug oder mitten im Kampf betenden Muslims beeindruckt alle Beobachter tief: Sowohl Charles de Foucauld wie der große Interpret frühislamischer Mystik, Louis Massignon, haben durch diesen Anblick zu ihrem eigenen Glauben zurückgefunden.

Doch das islamische Gebet erschöpft sich nicht im Pflichtgebet (salät, persisch/türkisch namäz). Bittgebet wie Lobpreis sind im Koran vorgeschrieben: Das heilige Buch fordert den Menschen auf, Gott anzurufen, der ihm antworten wird, und wiederholt Gottes Wort „Nicht habe Ich Geister und Menschen geschaffen, außer damit sie Mir dienen“ (Sura 51/56 u. a.). Verdient nicht Er Lob und Preis, der die Welt und den Menschen so wunderbar geschaffen hat und sie täglich erhält? Dazu kommt das „Gedenken an Gott“, dhikr, „durch das die Herzen beruhigt werden“ (Sura 13 / 28).

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter islam

Du’a – Ein Bittgebet

Unser Herr, siehe, Du weißt, was wir verbergen und was wir offenkundig tun, und nichts ist verborgen vor Gott im Himmel und auf Erden!

Bittgebet vom Propheten Abraham, Sura 14/41

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Du'a (Bittgebet)