Schlagwort-Archive: Islamophobie

Ein ganz wesent…

Ein ganz wesentlicher Aspekt ist auch, wer über Muslime diskutiert. Wir sind heute in einer Situation, in der auf der einen Seite aufstrebende muslimische AkademikerInnen an den Verbänden teilhaben. Andererseits ist es im öffentlichen Diskurs insgesamt so, dass die so genannte Mehrheit, die über den Islam spricht, dies mehr tut als die Minderheit. Diese Asymmetrie der Debatte ist ein ganz wesentlicher Aspekt, wenn es um die Frage geht, wie diese Kritik ­geäußert wird.

Es sind hier kritische Fragen zu ­stellen: Wer spricht gerade in welcher Position und was ist das Ziel dahinter? Hierbei ist es im Falle der Islamdebatten doch sehr häufig, dass sehr einseitige Diskussionen stattfinden, die nicht zu einer Versachli­chung der Lage führen. Habermas’ Theorie der Öffentlichkeit, an der alle partizipieren können, ist nun einmal keine Realität.

In folgendem Auszug, aus der März 2013-Ausgabe der Islamischen Zeitung, geht der österreichische Politikwissenschaftler und Publizist Dr. Farid Hafez auf das Phänomen Islamophobie ein. Insbesondere hebt er hierbei den öffentlichen Diskurs, die sogenannten Islamdebatten, hervor.

Quelle:http://bit.ly/15Zh3oP

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2. März 2013 · 22:11

GMX.de Titelseite greift Kopftuch an.

(Der Artikel zum Bild)

Hallo GMX Team,

ich bin seit Jahren bei Ihnen eine recht zufriedene Kundin.

Heute musste ich leider auf Ihrer Titelseite das Foto einer Kopftuchtragenden Frau mit der Überschrift „Härtere Strafen für Integrationsmuffel“ entdecken. Was bedeutet diese Message? Ist eine kopftuchtragende Frau ein Integrationsmuffel? Ich interpretiere das Bild mit der o.g. Überschrift auf Anhieb auf diese Art und Weise.

Wie Sie bestimmt als Medienexperten wissen, denken Menschen in Bildern. Was assoziieren Menschen bei diesem Bild mit dieser Überschrift? Ist das nicht wieder mal Zündstoff für die Integrationsdebatte? Mag sein, dass Sie um mediale Aufmerksamkeit bemüht sind, aber gilt dies auch um jeden Preis?

Was bedeutet denn Integration in diesem Zusammenhang? Kein Kopftuch zu tragen? Ist man bzw. Frau dann eher integriert als eine Frau, die kein Kopftuch trägt?

Nehmen Sie mich als Beispiel: Ich bin in Deutschland geboren, aufgewachsen und sozialisiert und trage dennoch ein Kopftuch. Was bedeutet das nun? Bin ich nicht integriert, nur weil ich ein Kopftuch trage?

Stellen Sie sich vor, wenn dieses Bild mit dieser Überschrift bei mir solch eine Reaktion auslöst, welche Reaktionen würde dieses Bild dann bei Menschen hervorrufen, die nur wenig Wissen über die Inhalte der Integrationsdebatte verfügen?! Wohl eher Abneigung, anstatt Verständigung, oder?

Ich bitte Sie daher für ein besseres Miteinander in unserer Gesellschaft Ihre Bilder zukünftig wohlbedachter auszusuchen.

Mit freundlichen Grüßen

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Feuerattacke auf Muslimin: Schülerinnen suspendiert

30.09.2009 | 18:57 |  (Die Presse)

Zwei Jugendliche haben bei einem Schulausflug eine Klassenkameradin attackiert. Am Ende zündeten sie das Kopftuch der praktizierenden Muslimin an. Die beiden 15-jährigen Schülerinnen wollen sich nicht entschuldigen.

GRAZ (hoe). Mehrere Gespräche mit den Betroffenen, deren Eltern und Vertrauenspersonen haben nichts geholfen: Die beiden 15-jährigen Schülerinnen der Caritas-Fachschule für wirtschaftliche Berufe in Graz wollten sich für ihr Vorgehen nicht entschuldigen. „Da das Ziel der Einsicht nicht erreicht werden konnte, blieb als Konsequenz nur der Schulverweis“, sagt Direktorin Evelyn Awad.

Was war passiert? Die beiden Jugendlichen hatten bei einem Schulausflug eine Klassenkameradin attackiert. Am Ende zündeten sie das Kopftuch der praktizierenden Muslimin an. Da es sich um keine leicht entflammbaren Kunstfaser handelte, brannte das Tuch nicht weiter. Folgen hatte der Vorfall dennoch. Einen Tag später informierte die Mutter des Opfers die Schulleitung. Direktorin Awad riet zu einer Anzeige und versuchte parallel schulintern mit Gesprächen die Situation zu deeskalieren. Der Mutter reichte das nicht: „Die Direktorin hat nur Einzelgespräche geführt“, kritisierte sie. Sie erstattete bei der Polizei Anzeige, diese wird den Fall an das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung weitergeben.

Bei der Caritas als Schulträger zeigt man sich betroffen. Laut Direktorin könne ein religiöses Motiv ausgeschlossen werden, es gehe um „persönliche Differenzen“. Es sei aber „ein Vorfall, der in seiner symbolischen Dimension und emotionalen Beleidigung für diese Schule außergewöhnlich ist“, so Caritas-Sprecher Harald Schmied. Der Anteil an der vorwiegend von weiblichen Jugendlichen besuchten Schule liegt bei rund 20Prozent. Es werden immer wieder interreligiöse Projekte angeboten. Dienstagabend schien zumindest klassenintern eine Lösung möglich. „Die beiden Täterinnen wollten sich vor versammelter Klasse entschuldigen“, sagt Awad. Gestern, Mittwoch, weigerten sie sich allerdings. Der Schulverweis war die Folge.

Der muslimische Verein Somm kritisiert den Vorfall, Mobbing wegen des Kopftuchs müssten muslimische Frauen immer wieder hinnehmen: „In Wahlkampfzeiten ist es besonders schlimm.“

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9/11 und die globale Diskriminierung der Muslime als Folge

Salaam & Hallo,

ich möchte heute, am 11. September 2009, nicht auf die Hintergründe dieser schrecklichen Tat eingehen – zumal die Urheberschaft des Terrors nicht zu 100% bewiesen ist. Vielmehr geht es um die Auswirkung des 11. Septembers auf uns – jene Völkergruppe, die sich als Muslime bezeichnet – und um die Stigmatisierung, die einige von uns, insbesondere unsere Schwestern im Islam jeden Tag in der Bahn, auf der Straße, beim Einkaufen, etc. erfahren müssen.

Die psychischen Schäden, durch diese – bereits salonfähig gemachte – Islamophobie sind enorm. Dennoch finden sie weder von uns Muslimen noch von der Mehrheitsgesellschaft  genügend Aufmerksamkeit. Dieses Thema muss von Fachleuten, wie Psychologen, Soziologen, Ethnologen, ua. Berücksichtigung finden. Nur die Behandlung dieser tiefen seelischen Narben kann diesen Menschen helfen sich UNSERER Gesellschaft vom ganzen Herzen zu öffnen und nicht in einer Parallelgeschaft nach gesellschaftlicher Gleichstellung zu suchen.

In folgendem Video „Blue Eyed“ wird eben diese Thematik bereits im Jahre 1996 aufgegriffen. In dem Film bezieht sich diese Ausgrenzung auf afroamerikanische Menschen, die seit Jahrhunderten tiefe seelische Narben haben. Die Folgen kennt die Weltöffentlichkeit zu gut. South Central LA, Compton, Bronx – jene Stadtteile, wo sich Afroamerikaner – gelenkt durch gezielte Politik – zurückziehen, unter sich bleiben und die Bereitschaft zur Kriminalität und Gewalt sich jeden Tag spiegelt.

Hörtext runterladen

Hier der Film „Blue Eyed – Blauäugig“

Hier ein paar Hintergrundinformationen zum Film:

Dokumentation USA 1996 Jane Elliott, ehemalige Lehrerin aus Iowa (USA), führt seit über 30 Jahren einen engagierten Kampf gegen Vorurteile, Ignoranz und Rassismus in ihrer Gesellschaft. Was sie nach dem Tode von Martin Luther King jun. 1968 mit ihren Schülern und Schülerinnen begann, praktiziert sie heute mit Lehrer/innen, Studierenden, Feuerwehrleuten oder ganzen Bankbelegschaften. In Workshops teilt sie die Menschen ein in BLAUÄUGIGE und BRAUNÄUGIGE und weist den Blauäugigen alle schlechten Eigenschaften zu, die in unseren Gesellschaften Schwarzen, MigrantInnen, Behinderten, Schwulen, Lesben und Frauen angehängt werden. Sie erklärt die Braunäugigen für besser und intelligenter und stattet sie mit Privilegien aus, die sie den Blauäugigen, die sie als schlecht, minderwertig und dümmer abqualifiziert, nicht gewährt. Viele Weiße (vor allem Männer) erspüren hier zum ersten Mal das Gefühl, zu denen zu gehören, die nie gewinnen können, und so behandelt zu werden, wie die Gesellschaft Frauen behandelt, Farbige behandelt oder Menschen, die körperlich abweichend sind. Innerhalb von 15 Minuten gelingt es Jane Elliott einen Mikrokosmos unserer Gesellschaft zu kreieren mit allen Phänomenen und Gefühlen, die auch in der Realität aufscheinen. Auch die TeilnehmerInnen, die über die das Konzept des Workshops kennen, können sich ihrer Rolle nicht entziehen. Der Workshop ermöglicht es den TeilnehmerInnen, die Wirkungen der Diskriminierungsstrukturen in unseren Gesellschaften zu erkennen. Zweck des Workshops ist es laut Jane Elliott, Menschen für diese Strukturen zu sensiblisieren und zu verdeutlichen, daß es nicht ausreicht, nichts zu tun, um Rassismus zu bekämpfen. „Damit Rassismus funktioniert, reicht es für die braven Leute aus, nichts zu tun.“ (Jane Elliott) Dieser Film über Jane Elliott und ihr Workshop-Konzept wurde von dem Münchener Filmemacher Bertram Verhaag 1995 in den USA gedreht und zeigt Teile eines Workshops, Teile von Präsentationen und Interviews mit Jane Elliott, die sich nach wie vor einladen läßt, um ihren Workshop anzubieten und über ihre Erfahrungen zu berichen. (http://www.eyetoeye.org/de/film/index.shtml)

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Wie fremdenfeindlich ist man in Deutschland?

Ich weiss, dies ist eine sehr provokante Überschrift, aber die jüngste Studie des Bielefelder Sozialwissenschaftlers Wilhelm Heitmeyer schaft eine Basis für diese Art von Fragestellung. Hier ein Auzug über diese Studie:

Studie
Jeder zweite Deutsche fremdenfeindlich
Einer Studie der Universität Bielefeld zufolge sind in Ostdeutschland 60,2 Prozent der Menschen ausländerfeindlich, im Westen soll das auf 45,9 Prozent zutreffen.

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