Schlagwort-Archive: Konsulatsunterricht

Islamischer Religionsunterricht

muslima.jpg

Seit zwei Jahrzehnten wird über die Frage diskutiert, ob und ggf. in welcher Form muslimische Schüler an öffentlichen Schulen in ihrer Religion unterrichtet werden können[1]. Schon im Jahre 1984 hat die Kultusministerkonferenz die Notwendigkeit, einen islamischen Religionsunterricht einzuführen, anerkannt[2]. Der ordentliche islamische Religionsunterricht ist – durch die institutionelle Garantie[3]- nicht nur eine verfassungsrechtliche Vorgabe, sondern von erheblicher kultureller, integrations- und religionspolitischer Bedeutung.

 

Doch nach wie vor gibt es in Deutschland keinen ordentlichen Religionsunterricht für muslimische Kinder nach Art. 7 III GG. Über die Möglichkeit der Einführung wird zwar in fast allen westlichen Bundesländern heftig diskutiert, jedoch entspricht diese Diskussion weder den muslimischen Vorstellungen, noch den verfassungsrechtlichen Vorgaben. Die entwickelten Lösungen, als Surrogat für den ordentlichen Religionsunterricht nach Art. 7 III GG, sind ungenügend. Die seit 1999 in Nordrhein Westfalen im Rahmen eines Modellversuchs praktizierte islamische Unterweisung in deutscher Sprache in rein staatlicher Verantwortung ist ein klarer Verstoß gegen Art. 7 III GG, da es für den Staat verboten ist, in seiner eigenen inhaltlichen Verantwortung Religionsunterricht anzubieten[4]. Auch das Modell der religiösen Unterweisung im Rahmen des muttersprachlichen Ergänzungsunterrichtes, welches in vielen Bundesländern durchgeführt wird, ist verfassungsrechtlich höchst problematisch und integrationspolitisch nicht hinnehmbar. Dieses Modell läuft in Kooperation mit der konsularischen Vertretung des türkischen Staates. Lehrpersonal sind türkische Lehrer, die Lehrinhalte orientieren sich weitgehend an türkischen Festlegungen in Ankara.

 

Der ordentliche Religionsunterricht nach Art. 7 III GG hingegen entspricht den Vorstellungen der islamischen Religionsgemeinschaften.

  Weiterlesen

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter gesellschaft, Migrationshintergrund