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Jermaine Jackson spricht über den Islam und Michael

Im Jahre 2007 entscheidet sich Jermaine Jackson, nachdem er gemeinsam mit seinem Vater (Joseph) Big Brother, in Berlin, angesehen hat, auch ins Big Brother House „einzuziehen“. Als der Vater ihn gefragt habe, ob er dieser Herausforderung gewachsen sei, antwortete Jermaine „It will be a piece of cake! (Das ist für mich ein Spaziergang!)“.

(Hier das Video)

JermainPortraitIm Big Brother House wurde Jermaines iman auf Probe gestellt. Durch das rituelle Gebet as-salat und das Fasten saum hat Jermain sich als Muslim vorbildlich verhalten und bei Streitereien unter den Mitbewohnern als peace keeper (Friedensstifter) gewirkt.

In den Interviews direkt nach seinem Aufenthalt im Big Brother House wurde er nach der „Quelle“ seiner Geduld sabr und seinem spirituellem Wesen befragt. Jermaine erzählt von seiner Suche nach dem Sinn des Lebens und seiner ältesten Schwester, die ihn auf einer Reise mitbegleitete.

Am Ende dieser Reise nahm er den Islam an.

Jermaine habe seinem Bruder Michael, zu seiner Lebzeit, viel über den Islam berichtet und ihm islamische Bücher geschenkt, welche er mit großem Interesse gelesen habe.

Jermaine schneidet auch politische Themen an, indem er von jungen muslimischen Fans berichtet, die er bei der 30. Turnee von Michael gesehen habe, die ihre islamische Identität geleugnet haben. Dies habe er nach den Ereignissen vom 11. September 2001 beobachten können. Er geht dabei auf den medialen Druck auf die Muslime ein, welcher seitdem fortbesteht und immer extremer wird, besonders in Deutschland (nicht nur meine persönliche Meinung).

Ferner stellt er klar, dass Terrorismus mit der Lehre des Islam nicht zu vereinen sei. Er betont immer wieder die Reinheit des Islams (This religion is so pure.) und dass er stolz ist ein Muslim zu sein (I’m so proud to be a Muslim). Er sei auch froh bei diesen Interviews als „Sprochrohr“ der leidenden Muslime zu fungieren. (An dieser Stelle kann er seine Tränen nicht zurückhalten.)

Auf die Frage, ob es richtig sei, dass Jermaine sich wünschen würde, dass sein Bruder Michael zum Islam konvertiere, antwortet er – All die Anschuldigungen, denen Michael zu Unrecht ausgesetzt ist, könne Michael besser verkraften, wenn er die innere Ruhe eines Muslims, wie Jermaine, haben würde.

Bei der Frage, ob Michael zum Islam übertreten werde, antwortet Jermaine mit „Ich hoffe es. Es liegt in Allahs Hand.“

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Meine 10 Thesen (Jürgen Todenhöfer)

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1. Der Westen ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt. Millionen arabische Zivilisten wurden seit Beginn der Kolonialisierung getötet.

Der große französische Historiker und Politiker Alexis de Tocqueville war ein leidenschaftlicher Vorkämpfer individueller Freiheit. Sie hatte für ihn stets Vorrang vor Gleichheit. Ungleichheit kam für ihn „unmittelbar von Gott“. Kein Wunder also, dass der aufgeklärte Staatsmann wie die meisten seiner Zeitgenossen für Rassengleichheit nicht zu haben war.

In seinem 1835 erschienen Hauptwerk Über die Demokratie in Amerika stellte Tocqueville die für jene Zeit bezeichnende Frage: „Hat man beim Anblick der Vorgänge in der Welt nicht den Eindruck, dass der Europäer für die Menschen anderer Rassen das ist, was der Mensch für die Tiere bedeutet? Er macht sie seinem Dienst untertan, und wenn er sie nicht mehr unterjochen kann, vernichtet er sie.“ Für den liberalen Denker gab es konsequenterweise “keinen Grund, die muslimischen Subjekte so zu behandeln, als wären sie uns gleich“.

Nicht anders hat der Westen die muslimische Welt während der letzten zweihundert Jahre behandelt. Arabische Familien wurden in der Kolonialzeit wie „Hyänen, Schakale und räudige Füchse“ gejagt. Die Strategie, mit der die Kolonialherren im 19. Jahrhundert den Widerstand gegen ihre „Zivilisierungsmission“ brechen wollten, hieß: „ruinieren, jagen, terrorisieren“ (Olivier Le Cour Grandmaison). In Algerien wurden mehrfach ganze Stämme, die sich in Höhlen geflüchtet hatten, „ausgeräuchert“ („Enfumades“). Der französische Oberst Lucien-François de Montagnac schrieb 1842 in einem Brief aus Algerien: „Wir töten, wir erwürgen. Die Schreie der Verzweifelten, der Sterbenden mischen sich mit dem Lärm des brüllenden, blökenden Viehs. Ihr fragt mich, was wir mit den Frauen machen. Nun, wir behalten einige als Geiseln, andere tauschen wir gegen Pferde, der Rest wird wie Vieh versteigert.“ Um seine dunklen Gedanken zu vertreiben, lasse er manchmal einfach „Köpfe abschneiden. Keine Artischockenköpfe, Menschenköpfe.“

Louis de Baudicour, französischer Schriftsteller und Kolonist in Algerien, schilderte eine der vielen Schlächtereien: „Hier schnitt ein Soldat aus Spaß einer Frau die Brust ab, dort nahm ein anderer ein Kind an den Beinen und zerschmetterte seinen Schädel an einer Mauer.“ Victor Hugo berichtet von Soldaten, die sich gegenseitig Kinder zuwarfen, um sie mit der Spitze ihrer Bajonette aufzufangen. Für in Salz eingelegte Ohren gab es hundert Sous. Abgeschnittene Köpfe wurden noch höher prämiert. Arabische Gebeine wurden zeitweise zu Tierkohle verarbeitet (Oliver Le Cour Grandmaison).

Napoleon III. sah trotzdem die Hand Gottes am Werk: „Frankreich ist die Herrin Algeriens, weil Gott dies gewollt hat.“ Die Algerier sahen das anders. Aber sie mussten für ihre Freiheit einen hohen Blutzoll zahlen. Allein im Unabhängigkeitskrieg zwischen 1954 und 1962 wurden achttausend algerische Dörfer von der französischen Luftwaffe durch Napalmbomben zerstört. Auch vonseiten des FLN, des algerischen Front de Libération National, gab es grauenvolle Akte des Terrors. Albert Camus hat zu Recht darauf hingewiesen. Aber zahlenmäßig stehen sie in keinem Verhältnis zu den Gewalttaten der Kolonialisten. Insgesamt töteten diese während ihrer 130 Jahre dauernden `Zivilisierungsmission´ nach algerischen Angaben weit über zwei Millionen Algerier. Französische Schätzungen gehen von über einer Million getöteten Algeriern und hunderttausend getöteten Franzosen aus.

Den von Großbritannien kolonisierten Irakern erging es nicht wesentlich besser. Winston Churchill warf ihnen wegen ihres Aufstands gegen die britische Unterdrückung im Jahr 1920 „Undankbarkeit“ vor und setzte chemische Waffen ein – „mit ausgezeichneter moralischer Wirkung“, wie er anmerkte. „Bomber Harris“, der geistige Vater des „moral bombing“, erklärte nach einem Luftangriff stolz: „Die Araber und Kurden wissen jetzt, was eine richtige Bombardierung ist. In 45 Minuten fegen wir ein ganzes Dorf weg.“ Bombenangriffe galten im Irak auch als effektive Methode zum Eintreiben von Steuern. Der Royal-Air-Force-Offizier Lionel Charlton quittierte 1924 erschüttert seinen Dienst, nachdem er in einem Krankenhaus die verstümmelten Opfer gesehen hatte. Er ahnte nicht, dass sein Land achtzig Jahre später den Irak erneut bombardieren würde.

In Libyen warfen die italienischen Kolonialisten Fässer mit Phosgen- und Senfgas auf Aufständische und Zivilbevölkerung. Stammesführer wurden in Flugzeuge gepackt und aus schwindelnder Höhe abgeworfen. Über hunderttausend Zivilisten wurden in Wüstenlager deportiert, die Hälfte ging kläglich zugrunde. Libysche Mädchen wurden für die Kolonialtruppen als Sexsklavinnen gehalten. Auch die Spanier setzten während der Kabylenaufstände in Marokko chemische Waffen ein. Die Folgen waren grauenvoll.

Als Vorbild für die Behandlung der Araber galt die Ausrottungsstrategie gegenüber den Indianern Amerikas. Der rassistisch-zivilisatorische Überlegenheitswahn jener Zeit kannte keine Grenzen. Gustave Le Bon, Begründer der Massenpsychologie und Kämpfer gegen den „Gleichheits-Aberglauben“, teilte die Menschen in vier Klassen ein: Die australische und amerikanische Urbevölkerung galten als „primitive Rasse“, die „Neger“ als „niedere“, die Araber und Chinesen als „mittlere“ und die Indoeuropäer als „höhere Rasse“.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Westen die Araber oft als Untermenschen „auf der Stufe eines höheren Affen“ behandelt (Jean-Paul Sartre). Dies gilt für die Entkolonisierungskriege, für die Interventionen zur Sicherung der Rohstoffwege, für die Palästinafrage wie für die von den USA und Großbritannien erzwungenen Irak-Sanktionen. Allein durch diese laut Vatikan „perversen“ Strafmaßnahmen gegen den Irak starben nach UNICEF-Angaben über 1,5 Millionen Zivilisten, darunter rund 500 000 Kinder.

Der aktuelle Irakkrieg zeigt ebenfalls eine atemberaubende Missachtung der muslimischen Welt. Schon beim Einmarsch der US-geführten Truppen wurden tausende Zivilisten getötet. Unzählige wurden – zum Teil durch uranverseuchte Munition – zu Krüppeln gebombt. Eine in der Medizinfachzeitschrift „Lancet“ veröffentliche Studie unabhängiger amerikanischer und irakischer Ärzte, geht von über 600 000 Irakern aus, die bis Juni 2006 durch das von den Besatzungstruppen angerichtete Kriegschaos ihr Leben verloren. Danach wurden 31 Prozent unmittelbar von den US-geführten Koalitionstruppen getötet, 24 Prozent durch konfessionelle Gewalt und Selbstmordattentate. Bei 45 Prozent der Toten waren die Täter unbekannt; laut Lancet weist die hohe Zahl der Schusstoten jedoch auch hier „auf eine direkte Beteiligung des US-Militärs“ hin.

Eine Untersuchung des unabhängigen britischen Forschungsinstituts ORB vom Herbst 2007 kommt auf inzwischen über eine Million getötete und etwa genauso viele verwundete Iraker. In Bagdad hat fast jeder zweite Haushalt ein Mitglied verloren. Saddam Hussein hatte in den dreiundzwanzig Jahren seiner Herrschaft laut „Human Rights Watch“ den Tod von 290 000 irakischen Zivilisten zu verantworten.

Seit Herbst 2007 ist die Zahl der Toten im Irak erfreulicherweise zurückgegangen. Trotzdem sterben nach vorsichtigen Schätzungen von Experten jeden Monat noch immer 6.000 irakische Zivilisten im Chaos des Krieges. Das sind doppelt so viel Menschen, wie am 11. September 2001 im World Trade Center. Der Bevölkerung geht es heute schlechter als unter Saddam (Kofi Annan). Es dürfte nicht viele Iraker geben, die sagen: „Großartig, unser Land ist zerstört, über eine Million Mitbürger sind tot, viereinhalb Millionen sind auf der Flucht, die Kindersterblichkeit ist eine der höchsten der Welt, es gibt kaum Strom, Wasser und Medikamente, Arbeitslosigkeit und Inflation sind auf über 50 Prozent gestiegen, auf die Straße kann man kaum noch – aber es hat sich gelohnt, Saddam ist weg.“

Nicht ein einziges Mal in den letzten zweihundert Jahren hat ein muslimisches Land den Westen angegriffen. Die europäischen Großmächte und die USA waren immer Aggressoren, nie Angegriffene. Seit Beginn der Kolonialisierung wurden Millionen arabische Zivilisten getötet. Der Westen führt in der traurigen Bilanz des Tötens mit weit über 10 : 1. Die aktuelle Diskussion über die angebliche Gewalttätigkeit der muslimischen Welt stellt die historischen Fakten völlig auf den Kopf. Der Westen war und ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt. Nicht die Gewalttätigkeit der Muslime, sondern die Gewalttätigkeit einiger westlicher Länder ist das Problem unserer Zeit.

Wer den muslimischen Extremismus verstehen will, muss versuchen, die Welt wenigstens einmal aus der Sicht eines Muslims zu betrachten. Unser Horizont ist nicht das Ende der Welt. Ein junger Muslim, der Fernsehnachrichten verfolgt, sieht Tag für Tag, wie im Irak, in Afghanistan, in Palästina, im Libanon, in Somalia und anderswo muslimische Frauen, Kinder und Männer durch westliche Waffen, westliche Verbündete und westliche Soldaten sterben.

Es ist zynisch, wenn westliche Geistesgrößen mit sorgenvoller Miene fragen, wie es denn zum Niedergang der einst „militärisch, ökonomisch und kulturell weit überlegenen arabischen Zivilisation“ kommen konnte (Hans Magnus Enzensberger). Der Westen hat dazu entscheidend beigetragen. Er hat bei seinem Rückzug aus den Kolonien ausgeplünderte und ausgeblutete Länder zurückgelassen. Zu Beginn der Kolonialisierung im Jahr 1830 war die Alphabetisierungsquote Algeriens mit 40 Prozent höher als die Frankreichs und Englands. 1962, beim Abzug der französischen Besatzungstruppen, lag sie unter 20 Prozent. Der Kolonialismus hat der arabischen Welt weit über hundert Jahre Entwicklung gestohlen. Resigniert stellte Tocqueville siebzehn Jahre nach der Eroberung Algeriens durch Frankreich fest: „Die Lichter sind erloschen. Wir haben die muslimische Gesellschaft ärmer, unwissender und unmenschlicher gemacht.“

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Individualität und Entfaltung im Islam

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Die Muslime halten ihre Religion für sehr rational und im Einklangstehend mit den Anforderungen des denkenden Geistes. Darüber hinaus lehrt der Qur’an, daß die Fähigkeit, verstandesgemäß zu denken, eine der wichtigsten Gaben Gottes an die Menschen ist und er ermutigt ihn, diese Fähigkeiten zu gebrauchen und zu entwickeln, nachzudenken, einzusehen und sich eine persönliche Meinung zu bilden. Der Islam bringt dem Studium der Wissenschaften große Achtung entgegen, ebenso wie der menschlichen Erforschung all dessen, was es in Natur und Schöpfungan Geheimnissen gibt. Ja, Allah fordert den Menschen an vielen Stellen des Qur’an geradezu heraus, seinen Glauben, sein Wissen und seine Weisheit durch Betrachtung und Nachdenken über die Naturerscheinungen und deren Harmonie und Schönheit zu vertiefen. So zum Beispiel in Sure 67, Vers3-4:

„(Er ist es,) Der die sieben Himmel in Einklang erschaffen hat. Keinen Fehler kannst du in der Schöpfung des Gnadenreichen sehen. So schaue zum anderen Mal: siehst du irgend einen Mangel? So schaue abermals: dein Blick wird (nur) zu dir zurückkehren, ermüdet und geschwächt“

Die individuellen Fähigkeiten und einmaligen Talente der Menschensind eine Gabe Allahs, die zur Entfaltung gebracht, vervollkommnend undzum Wohl der Menschheit genutzt werden sollen. Der Islam versucht keineswegs, die Individualität seiner Anhänger zu zerstören, sondern er bemüht sich vielmehr, jeden Gläubigen zur eigenen Vervollkommnung anzuleiten und seine persönliche Einmaligkeit zu erläutern. DieseVielfalt einmaliger und zur Entfaltung gebrachter Persönlichkeiten trägt zur Bereicherung der Gesellschaft bei und hebt sie auf eine höhere Ebene.

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Der Tod und das Bewusstsein der eigenen Individualität (Entstehung im Westen)

 

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Durch die Erkenntnis, dass das Leben durch den Faktor Zeit begrenzt ist, ist beim Menschen das Bewusstsein der Individualität entstanden. Die Lebensdauer eines Menschen kann nicht mit anderen Menschen getauscht werden. Die Tatsache, dass jeder Mensch eine eigene und unvergleichbare Lebensspanne hat, führt zur Erkenntnis, dass er sich als ein einmaliges Individuum zu betrachtet. Erst durch das Bewusstwerden der eigenen Sterblich- und Vergänglichkeit erkennt der Mensch seine Individualität. Dieser Zweispalt ist ein ständig begleitender Faktor des menschlichen Bewusstseins. Im Zentrum des Individualitätsbewusstseins befindet sich die emotionale Auflehnung  gegen die Unvermeidbarkeit des Sterbens. Durch diese Auflehnung versucht der Mensch die Todesangst zu überwältigen. Dies geschieht durch das Ausleben und Inszenieren einer überwältigenden Phantasie. Allzu oft mündet dieses Unterfangen in eine Form von Prahlerei.

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