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    Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen! "Sprich: Gott ist Einer, Ein ewig reiner, hat nicht gezeugt und Ihn gezeugt hat keiner, und nicht Ihm gleich ist einer." (übersetzt von Friedrich Rückert)


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Meine 10 Thesen (Jürgen Todenhöfer)

Verfasst von alime am Mai 14, 2008

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1. Der Westen ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt. Millionen arabische Zivilisten wurden seit Beginn der Kolonialisierung getötet.

Der große französische Historiker und Politiker Alexis de Tocqueville war ein leidenschaftlicher Vorkämpfer individueller Freiheit. Sie hatte für ihn stets Vorrang vor Gleichheit. Ungleichheit kam für ihn „unmittelbar von Gott“. Kein Wunder also, dass der aufgeklärte Staatsmann wie die meisten seiner Zeitgenossen für Rassengleichheit nicht zu haben war.

In seinem 1835 erschienen Hauptwerk Über die Demokratie in Amerika stellte Tocqueville die für jene Zeit bezeichnende Frage: „Hat man beim Anblick der Vorgänge in der Welt nicht den Eindruck, dass der Europäer für die Menschen anderer Rassen das ist, was der Mensch für die Tiere bedeutet? Er macht sie seinem Dienst untertan, und wenn er sie nicht mehr unterjochen kann, vernichtet er sie.“ Für den liberalen Denker gab es konsequenterweise “keinen Grund, die muslimischen Subjekte so zu behandeln, als wären sie uns gleich“.

Nicht anders hat der Westen die muslimische Welt während der letzten zweihundert Jahre behandelt. Arabische Familien wurden in der Kolonialzeit wie „Hyänen, Schakale und räudige Füchse“ gejagt. Die Strategie, mit der die Kolonialherren im 19. Jahrhundert den Widerstand gegen ihre „Zivilisierungsmission“ brechen wollten, hieß: „ruinieren, jagen, terrorisieren“ (Olivier Le Cour Grandmaison). In Algerien wurden mehrfach ganze Stämme, die sich in Höhlen geflüchtet hatten, „ausgeräuchert“ („Enfumades“). Der französische Oberst Lucien-François de Montagnac schrieb 1842 in einem Brief aus Algerien: „Wir töten, wir erwürgen. Die Schreie der Verzweifelten, der Sterbenden mischen sich mit dem Lärm des brüllenden, blökenden Viehs. Ihr fragt mich, was wir mit den Frauen machen. Nun, wir behalten einige als Geiseln, andere tauschen wir gegen Pferde, der Rest wird wie Vieh versteigert.“ Um seine dunklen Gedanken zu vertreiben, lasse er manchmal einfach „Köpfe abschneiden. Keine Artischockenköpfe, Menschenköpfe.“

Louis de Baudicour, französischer Schriftsteller und Kolonist in Algerien, schilderte eine der vielen Schlächtereien: „Hier schnitt ein Soldat aus Spaß einer Frau die Brust ab, dort nahm ein anderer ein Kind an den Beinen und zerschmetterte seinen Schädel an einer Mauer.“ Victor Hugo berichtet von Soldaten, die sich gegenseitig Kinder zuwarfen, um sie mit der Spitze ihrer Bajonette aufzufangen. Für in Salz eingelegte Ohren gab es hundert Sous. Abgeschnittene Köpfe wurden noch höher prämiert. Arabische Gebeine wurden zeitweise zu Tierkohle verarbeitet (Oliver Le Cour Grandmaison).

Napoleon III. sah trotzdem die Hand Gottes am Werk: „Frankreich ist die Herrin Algeriens, weil Gott dies gewollt hat.“ Die Algerier sahen das anders. Aber sie mussten für ihre Freiheit einen hohen Blutzoll zahlen. Allein im Unabhängigkeitskrieg zwischen 1954 und 1962 wurden achttausend algerische Dörfer von der französischen Luftwaffe durch Napalmbomben zerstört. Auch vonseiten des FLN, des algerischen Front de Libération National, gab es grauenvolle Akte des Terrors. Albert Camus hat zu Recht darauf hingewiesen. Aber zahlenmäßig stehen sie in keinem Verhältnis zu den Gewalttaten der Kolonialisten. Insgesamt töteten diese während ihrer 130 Jahre dauernden `Zivilisierungsmission´ nach algerischen Angaben weit über zwei Millionen Algerier. Französische Schätzungen gehen von über einer Million getöteten Algeriern und hunderttausend getöteten Franzosen aus.

Den von Großbritannien kolonisierten Irakern erging es nicht wesentlich besser. Winston Churchill warf ihnen wegen ihres Aufstands gegen die britische Unterdrückung im Jahr 1920 „Undankbarkeit“ vor und setzte chemische Waffen ein – „mit ausgezeichneter moralischer Wirkung“, wie er anmerkte. „Bomber Harris“, der geistige Vater des „moral bombing“, erklärte nach einem Luftangriff stolz: „Die Araber und Kurden wissen jetzt, was eine richtige Bombardierung ist. In 45 Minuten fegen wir ein ganzes Dorf weg.“ Bombenangriffe galten im Irak auch als effektive Methode zum Eintreiben von Steuern. Der Royal-Air-Force-Offizier Lionel Charlton quittierte 1924 erschüttert seinen Dienst, nachdem er in einem Krankenhaus die verstümmelten Opfer gesehen hatte. Er ahnte nicht, dass sein Land achtzig Jahre später den Irak erneut bombardieren würde.

In Libyen warfen die italienischen Kolonialisten Fässer mit Phosgen- und Senfgas auf Aufständische und Zivilbevölkerung. Stammesführer wurden in Flugzeuge gepackt und aus schwindelnder Höhe abgeworfen. Über hunderttausend Zivilisten wurden in Wüstenlager deportiert, die Hälfte ging kläglich zugrunde. Libysche Mädchen wurden für die Kolonialtruppen als Sexsklavinnen gehalten. Auch die Spanier setzten während der Kabylenaufstände in Marokko chemische Waffen ein. Die Folgen waren grauenvoll.

Als Vorbild für die Behandlung der Araber galt die Ausrottungsstrategie gegenüber den Indianern Amerikas. Der rassistisch-zivilisatorische Überlegenheitswahn jener Zeit kannte keine Grenzen. Gustave Le Bon, Begründer der Massenpsychologie und Kämpfer gegen den „Gleichheits-Aberglauben“, teilte die Menschen in vier Klassen ein: Die australische und amerikanische Urbevölkerung galten als „primitive Rasse“, die „Neger“ als „niedere“, die Araber und Chinesen als „mittlere“ und die Indoeuropäer als „höhere Rasse“.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Westen die Araber oft als Untermenschen „auf der Stufe eines höheren Affen“ behandelt (Jean-Paul Sartre). Dies gilt für die Entkolonisierungskriege, für die Interventionen zur Sicherung der Rohstoffwege, für die Palästinafrage wie für die von den USA und Großbritannien erzwungenen Irak-Sanktionen. Allein durch diese laut Vatikan „perversen“ Strafmaßnahmen gegen den Irak starben nach UNICEF-Angaben über 1,5 Millionen Zivilisten, darunter rund 500 000 Kinder.

Der aktuelle Irakkrieg zeigt ebenfalls eine atemberaubende Missachtung der muslimischen Welt. Schon beim Einmarsch der US-geführten Truppen wurden tausende Zivilisten getötet. Unzählige wurden – zum Teil durch uranverseuchte Munition – zu Krüppeln gebombt. Eine in der Medizinfachzeitschrift „Lancet“ veröffentliche Studie unabhängiger amerikanischer und irakischer Ärzte, geht von über 600 000 Irakern aus, die bis Juni 2006 durch das von den Besatzungstruppen angerichtete Kriegschaos ihr Leben verloren. Danach wurden 31 Prozent unmittelbar von den US-geführten Koalitionstruppen getötet, 24 Prozent durch konfessionelle Gewalt und Selbstmordattentate. Bei 45 Prozent der Toten waren die Täter unbekannt; laut Lancet weist die hohe Zahl der Schusstoten jedoch auch hier „auf eine direkte Beteiligung des US-Militärs“ hin.

Eine Untersuchung des unabhängigen britischen Forschungsinstituts ORB vom Herbst 2007 kommt auf inzwischen über eine Million getötete und etwa genauso viele verwundete Iraker. In Bagdad hat fast jeder zweite Haushalt ein Mitglied verloren. Saddam Hussein hatte in den dreiundzwanzig Jahren seiner Herrschaft laut „Human Rights Watch“ den Tod von 290 000 irakischen Zivilisten zu verantworten.

Seit Herbst 2007 ist die Zahl der Toten im Irak erfreulicherweise zurückgegangen. Trotzdem sterben nach vorsichtigen Schätzungen von Experten jeden Monat noch immer 6.000 irakische Zivilisten im Chaos des Krieges. Das sind doppelt so viel Menschen, wie am 11. September 2001 im World Trade Center. Der Bevölkerung geht es heute schlechter als unter Saddam (Kofi Annan). Es dürfte nicht viele Iraker geben, die sagen: „Großartig, unser Land ist zerstört, über eine Million Mitbürger sind tot, viereinhalb Millionen sind auf der Flucht, die Kindersterblichkeit ist eine der höchsten der Welt, es gibt kaum Strom, Wasser und Medikamente, Arbeitslosigkeit und Inflation sind auf über 50 Prozent gestiegen, auf die Straße kann man kaum noch – aber es hat sich gelohnt, Saddam ist weg.“

Nicht ein einziges Mal in den letzten zweihundert Jahren hat ein muslimisches Land den Westen angegriffen. Die europäischen Großmächte und die USA waren immer Aggressoren, nie Angegriffene. Seit Beginn der Kolonialisierung wurden Millionen arabische Zivilisten getötet. Der Westen führt in der traurigen Bilanz des Tötens mit weit über 10 : 1. Die aktuelle Diskussion über die angebliche Gewalttätigkeit der muslimischen Welt stellt die historischen Fakten völlig auf den Kopf. Der Westen war und ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt. Nicht die Gewalttätigkeit der Muslime, sondern die Gewalttätigkeit einiger westlicher Länder ist das Problem unserer Zeit.

Wer den muslimischen Extremismus verstehen will, muss versuchen, die Welt wenigstens einmal aus der Sicht eines Muslims zu betrachten. Unser Horizont ist nicht das Ende der Welt. Ein junger Muslim, der Fernsehnachrichten verfolgt, sieht Tag für Tag, wie im Irak, in Afghanistan, in Palästina, im Libanon, in Somalia und anderswo muslimische Frauen, Kinder und Männer durch westliche Waffen, westliche Verbündete und westliche Soldaten sterben.

Es ist zynisch, wenn westliche Geistesgrößen mit sorgenvoller Miene fragen, wie es denn zum Niedergang der einst „militärisch, ökonomisch und kulturell weit überlegenen arabischen Zivilisation“ kommen konnte (Hans Magnus Enzensberger). Der Westen hat dazu entscheidend beigetragen. Er hat bei seinem Rückzug aus den Kolonien ausgeplünderte und ausgeblutete Länder zurückgelassen. Zu Beginn der Kolonialisierung im Jahr 1830 war die Alphabetisierungsquote Algeriens mit 40 Prozent höher als die Frankreichs und Englands. 1962, beim Abzug der französischen Besatzungstruppen, lag sie unter 20 Prozent. Der Kolonialismus hat der arabischen Welt weit über hundert Jahre Entwicklung gestohlen. Resigniert stellte Tocqueville siebzehn Jahre nach der Eroberung Algeriens durch Frankreich fest: „Die Lichter sind erloschen. Wir haben die muslimische Gesellschaft ärmer, unwissender und unmenschlicher gemacht.“

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I am Palestinian

Verfasst von alime am Mai 14, 2008

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Iraq Before and after Evangelical Zionist war Against Islam

Verfasst von alime am Mai 13, 2008

Baghdad before 2003

Baghdad after 2003

Baghdad’s streets before 2003

Baghdad’s streets after 2003

Train station in Baghdad before 2003

Train station in Baghdad after 2003

Samara’ before 2003 Samara’ after 2003

Samara’ before 2003

Samara’ after 2003

Ur Harp before 2003

Ur Harp after 2003

Iraqi National Museum before 2003

Iraqi National Museum after 2003

Ishtar Gate before 2003

Ishtar gate after 2003

Babylon before 2003

Babylon stolen after 2003

Baghdad Library before 2003

Baghdad Library after 2003

Baghdad’s bridges before 2003

Baghdad’s bridges after 2003

Martyr’s Symbol before 2003

Martyr’s symbol after 2003

Peace before 2003

War after 2003

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Muslime in England

Verfasst von alime am Mai 8, 2008

Großbritannien gilt unter jungen Muslimen manchmal als heimliches Vorbild. Nicht nur gibt es dort eine Gemeinschaft mit wesentlich längeren britischen Traditionen, auch kommen viele für den europäischen Diskurs bedeutsamen Stimmen von der Insel. Auch in Sachen Jugendkultur haben britische Interpreten und Künstler einen bedeutenden Einfluss. Einzelne Gestalten wie Yusuf Islam, Sami Yusuf, Prince Naseem und manch anderer Sportler sind Botschafter Großbritanniens bei jungen europäischen Muslimen. Hyder Abbasi wurde 1984 im pakistanischen Rawalpindi geboren und wuchs in der mittelenglischen Stadt Rugby auf. Abbasi studiert englische Literatur und Sprache an der Universität von Leicester. Darüber hinaus schreibt er als freier Autor für Universitätsmagazine und publizierte bereits in der englischsprachigen „Islamica“. Mit ihm sprachen wir über die Lage junger Muslime in England, ihre Erwartungen und die Veränderungen seit den Anschlägen in New York und London. Islamische Zeitung: Du bist in einer kleineren mittelenglischen Stadt aufgewachsen. Wie empfindest Du heute Deine Kindheit?

Hyder Abbasi: Ich wuchs in der überwiegend nichtmuslimischen, weißen Stadt Rugby auf, wo es nur eine kleine muslimische Gemeinschaft überwiegend pakistanischer Herkunft gab. Islam spielte damals in meinem Leben keine entscheidende Rolle. Die pakistanische Kultur war wichtiger als die Religion selber. Ähnlich wie im Christentum wurde halt das Freitagsgebet zelebriert und das war es dann auch. Ich habe auch eine Madrassa besucht, aber wohl nur, um meinen Eltern einen Gefallen zu tun.
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Islam in Tibet

Verfasst von alime am Mai 8, 2008

(iz). Während im Vorfeld der kommenden olympischen Spiele die chinesische Besetzung Tibets und teils gewalttägige Unruhen gegen diese die Berichterstattung dominieren, beschränkt sich die mehrheitliche Berichterstattung auf einfache Bilder. Dass die militanten Elemente des tibetischen Protests sich nicht nur gegen Repräsentanten des chinesischen Zentralregimes richteten, sondern vor allem gegen seit Jahrhunderten in der Region einheimische Muslime und ihre Geschäfte und Moscheen, bleibt bei dieser Sichtweise, welche hier bei uns von Tibet herrscht, leider unerwähnt. Aus diesem Anlass fassen wir einige Beobachtungen des US-amerikanischen Professors für Philosophie1, José Ignacio Cabezón, zusammen, der zahlreiche Erfahrungen im Himalaya gemacht hat.

Während eines Besuchs in Lhasa (1991) sah ich meine erste tibetanische Moschee. Natürlich wissen Studenten Tibets, dass es hier Muslime gibt und dass sie eine wichtige Rolle in der tibetanischen Gesellschaft spielen. Wegen der Beschäftigung mit dem Buddhismus in Tibet nehmen viele unbewusst an, dass die Gesellschaft am Himalaya eine monolithisch buddhistische sei. Wie vorurteilsbeladen diese Vorstellung ist, ergibt sich beim Anblick einer Moschee im Herzen Lhasas oder einem Spaziergang durch das muslimische Viertel der Stadt. Wieder einmal war ich von der Vielfalt der Stadt und ihrer Einwohner ergriffen und stellte mir vor, wie das städtische Zentrum des Himalayas in früheren Zeiten gewesen sein muss, als Menschen aus Indien, Nepal, Bhutan, Ladakh, Zentralasien, der Mongolei, China und sogar Südostasien einen größeren Zugang hatten.

Islam kam nach Tibet aus zwei Richtungen: dem Norden und dem Westen. Von Arabien über Persien und Afghanistan auf der alten Seidenstraße reisend, breitete der Islam sich im 7. Jahrhundert nach China aus. Von der nördlichen Provinz Ningxia und anderen Orten Chinas gingen Muslime nach Süden in das Gebiet des heutigen östlichen Tibets. Chinesische Muslime, die Hui, siedelten sich später in der gesamten Region an und betrieben von dort aus Handel mit der Mitte Tibets. Auch heute noch finden sich ihre Nachkommen im östlichen Tibet. Andere Muslime kamen vom Westen aus nach Lhasa, wo sie bis zum heutigen Tage in einer kleinen, eng verbundenen Gemeinde miteinander leben.

Die Gebiete des heutigen Afghanistans und der neuen Nationen Zentralasiens lagen für Jahrhunderte außerhalb des tibetanischen Einflusses, während zuvor sogar der Regent in Kabul, der zwischen 812 und 814 den Islam annahm, die tibetische Oberhoheit anerkannte. Auch wenn Tibeter und Araber bereits seit dem frühen 9. Jahrhundert miteinander in Kontakt standen, begann die zusammenhängende Ansiedlung von Muslimen aus dem Westen in Tibet erst im 12. Jahrhundert. Ein Teil des Zustroms kam aus Turkestan, Baltistan und Kaschmir über Ladakh und breitete sich von dort aus nach Westtibet und Lhasa aus. Zwei zentralasiatische Gestalten, Ali Hamadani und sein Sohn, Muhammad Nur Bakhsch, scheinen die Initiatoren für eine großflächige Annahme des Islam in Baltistan gewesen zu sein.

Die muslimische Gemeinde Lhasa besteht aus zwei unterschiedlichen Gruppen von Menschen: Jene, die Teil des chinesischen Kulturraums sind und jene, deren Hintergrund aus Kaschmir, Nepal, Ladakh stammt und nicht-chinesisch ist. Von der zweiten Gruppe leben in Lhasa weniger als tausend Menschen. Ihr tibetanischer Name „Kha Che“ bedeutet sowohl „kaschmirisch“ als auch „muslimisch“. Von den chinesisch-stämmigen Hui-Muslimen leben in Lhasa ca. 2.000 Menschen. Beide Gruppen benutzen jeweils eine der beiden wichtigsten Moscheen. Außerdem verfügen sie über getrennte Autoritäten in den Gemeinschaften und eigene Räte, die unabhängig voneinander Beziehungen zur Regionalregierung Tibets unterhalten. Die seit 1959 anhaltende chinesische Besatzung Tibets hat auch für die Muslime des Landes zu Problemen und Schwierigkeiten geführt. Viele der Hui sind Schlachter oder Gemüsebauern, während die „Kaschmiris“ überwiegend Händler sind.2

Auch wenn muslimische Händler bereits seit langem in den wichtigsten Städten vertreten waren, markierte die Regierungszeit des fünften Dalai Lama einen Wendepunkt für den Islam in der unwirklichen Bergwelt Tibets. Er gab den Muslimen den Ort, um eine Moschee zu errichten. Aber der Lama ermöglichte den Muslimen mehr als nur den Bau eines Gebetshauses, er übernahm auch das Patronat von 14 muslimischen Älteren und 30 Jugendlichen. Seine positive Einstellung scheint Teil einer größeren Politik zur Ermutigung von ethnischer, kultureller und wirtschaftlicher Vielfalt in Tibet gewesen zu sein, die als „die Einladung der Leute“ bekannt wurde. Darüber hinaus wurden den Muslimen umfangreiche Freiheiten gewährt, ihre eigenen rechtlichen Angelegenheiten innerhalb ihrer Gemeinschaften entsprechend dem islamischen Recht zu lösen und Geschäfte zu eröffnen, ohne Steuern zahlen zu müssen. Heute ist das vom damaligen Dalai Lama gestiftete Grundstück als „Park der Muslime“ bekannt. Solange es nur eine einzige Moschee in Lhasa gab, wurde sie für das Freitagsgebet von allen Muslimen benutzt.

Nur wenige Tibeter haben Kenntnis von den historischen Texten, in denen die Geschichte der Muslime, die unter ihnen leben, behandelt wird. Die Begegnungen mit dem Islam ergaben sich, wie in vielen anderen Fällen auch, durch den direkten Kontakt mit muslimischen Händlern. Im Osten kamen sie aus China und im Westen aus Indien, insbesondere aus den Regionen Ladakh, Kaschmir, Bihar umd Kalimpong. Noch vor den wirtschaftlichen Anreizen des fünften Dalai Lamas waren muslimische Händler aus dem Westen eine der wenigen Quellen von vielen wichtigen Dingen für den tibetanischen Alltag wie Safran, Trockenfrüchte, Zucker und Textilien. Auf ihrer Heimreise brachten sie Wolle, Moschus, aber auch Tee, tibetanische Schals, Salz, Gold, chinesischen Türkis und Yak-Schwänze mit, die bei den mongolischen Nachkommen in Zentralasien als Zeichen für Autorität galten. Manche waren nur temporäre Wanderer, während andere sich niederließen und den Kern für eine oft wohlhabende und kulturell aufstrebende muslimische Gemeinde bildeten. Es kam dabei nicht selten vor, dass die Händler oder ihre Nachkommen Tibeterinnen heirateten, die den Islam annahmen.
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Filmausschnitte: The True Islam

Verfasst von alime am Mai 8, 2008

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Dänische Promis gegen Islamhetze wie in den 1930ern

Verfasst von alime am Mai 8, 2008

(dpa) «Gebt uns Dänemark zurück» verlangt die Dänische Volkspartei (DVP) in Zeitungsanzeigen und zeigt auf einem Foto, wer nach ihrer Meinung vom Land Besitz ergriffen hat: Eine komplett verschleierte Richterin in Burka, mit dem mächtigen Hammer der Justiz in ihrer Hand. Die DVP ist nicht irgendwer: Seit 2001 bestimmt sie als Mehrheitsbeschafferin für Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen die Kopenhagener Regierungspolitik vor allem in Sachen Zuwanderung und Ausländerrecht entscheidend mit. Am Donnerstag protestierte eine Gruppe von 26 Prominenten mit einem Vergleich, der es in sich hat: «Die dänische Gesellschaft hat eine derartige Hetze seit den 30er Jahren nicht erlebt, und schon gar nicht von einer großen, einflussreichen politischen Partei.»

Zu den Unterzeichnern des indirekten Antisemitismus-Vergleiches gehören Politik-Veteranen wie der frühere rechtsliberale Außenminister Uffe Ellemann-Jensen und Ex-Ministerpräsident Anker J¢rgensen von den Sozialdemokraten. Der als Armeechef abgetreten Kjeld Hillings¢ und Ex-Nationalbankchef Erik Hoffmeyer gelten als konservativ gesonnene, in allen Lagern geachtete Persönlichkeiten. Die Schriftsteller Benny Andersen und Lise N¢rgaard können für sich in Anspruch nehmen, die beliebtesten lebenden «Nationaldichter» des einst als betont liberal geltenden skandinavischen Landes zu sein.

Die insgesamt 26 Unterzeichner markieren mit ihrem in «Politiken» veröffentlichten Brief einen neuen und nicht sehr optimistisch klingenden Anlauf, die rasante Entwicklung zum immer härteren Umgang mit islamischen Zuwanderern in Dänemark zu bremsen. Mit der Forderung nach drastischen Zuzugsbeschränkungen hatten Rasmussen und die DVP als Mehrheitsbeschafferin 2001 die Regierungsmacht erobert, anschließend Wort gehalten und den Dänen beispielsweise ein totales Zuzugsverbot für ausländische Ehepartner unter 24 Jahren (mit Ausnahme von EU-Ländern) beschert. Mit dieser «harten, aber fairen Ausländerpolitik» gewann das Rechtslager dann auch zwei weitere Wahlen.

«Ich werde wohl zu Lebzeiten keine muslimische Richterin in Dänemark erleben», meinte die junge sozialdemokratische Oppositionschefin Helle Thorning Schmidt (41) nach der Burka-Anzeige der DVP mit realistischem Blick. Was aber ihre Partei nicht daran hinderte, ebenso wie die Rechtspopulisten das prinzipielle grüne Licht für Richterinnen mit Kopftuch durch die dafür zuständige Justizbehörde zu kritisieren. Wie nicht selten in letzter Zeit, versuchten sozialdemokratische Parteisprecher auch hier zeitweise, die DVP mit noch schärferen Forderungen nach Kopftuchverboten an Schulen, Krankenhäusern und im Polizeidienst zu übertrumpfen. Die DVP konterte mit der Forderung, dass Muslime vor ihrer Einbürgerung künftig ausdrücklich Teilen des Koran abschwören müssten.

Dänemarks größte Zeitung «Jyllands-Posten», international bekanntgeworden durch Mohammed-Karikaturen, machte sich am Donnerstag auf der Titelseite ernsthaft Gedanken, ob verfassungsrechtlich Turbane für Wachposten der Königlichen Leibgarde vor Schloss Amalienborg zugelassen werden müssten. Wie all das bei einem noch nicht mal zweistelligen Ausländeranteil im bestens funktionierenden, wirtschaftlich beispiellos blühenden Dänemark mit einer laut Umfragen beneidenswert zufriedenen Bevölkerung zu erklären ist, fasste eine Kommentator von «Politiken» zynisch so zusammen: «Alle wissen halt, dass Wahlen im Moment nur mit Islamophobie zu gewinnen sind.»

Die Unterzeichner des offenen Briefes denken an anderes als Wahlergebnisse: «Das hier ist ein Anschlag auf das Zusammenleben von Menschen und ihr Gefühl von Zusammengehörigkeit, das gute Kräfte in diesem Land erzeugt haben, und ständig neu zu schaffen versuchen.» Wenn man diese Aufgabe nicht ernst nehme, könnte es das ganze Land «teuer zu stehen kommen».

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Der Zwang zur Entblößung

Verfasst von alime am Mai 8, 2008

Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Barmherzigen

Stellungnahme eines der Rechtsanwälte der Kläger zu der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf im Falle der Befreiung eines muslimischen Mädchens vom koedukativ erteilten Schwimmunterricht vom 07.05.2008.

Asalamu alaikum wa Rahmatulah wa Barakatuhu

Liebe Geschwister im Islam

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat heute die Klage eines muslimischen Mädchens, welches die Befreiung vom koedukativ erteilten Schwimmunterricht aus religiösen Gründen beantragt hatte, zurückgewiesen.

Ich möchte klarstellen, dass das Urteil keinerlei Relevanz für andere Fälle muslimischer Mädchen entfaltet, die in der Vergangenheit vom Schwimmunterricht befreit wurden, oder zukünftig vom Schwimmunterricht befreit werden möchten. Es handelt sich um eine

Einzelfallentscheidung!!!!

Maßgeblich ist nach wie vor ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes aus dem Jahr 1993. Hiernach ist ein Mädchen vom geschlechtergemischten Schwimmunterricht zu befreien, wenn es wegen der Bekleidungsvorschriften des Qurans im Falle der Teilnahme am Schwimmunterricht in einen Gewissenskonflikt geraten würde.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte in der Entscheidung darauf hingewiesen, dass es stets auf den Einzelfall ankomme. Die Entscheidung, die am heutigen Tage getroffen wurde ist eine solche Einzelfallentscheidung und hat keinerlei präjudiziale Wirkung im Hinblick auf andere Fälle, d.h. nur weil hier eine Befreiung nicht ausgesprochen wurde kann nicht der Schluss gezogen werden, dass eine Befreiung in einem anderen Fall auch nicht ausgesprochen werden muss.

Bei dem Urteil handelt es sich zudem um ein Urteil eines Verwaltungsgerichts der untersten Instanz. Das Gericht hat hier eindeutig unter Außerachtlassung der seitens des Bundesverwaltungsgerichts aufgestellten Maßstäbe eigenmächtig eine politische Entscheidung getroffen. Das Bundesverwaltungsgericht ist unter den Verwaltungsgerichten die höchste Instanz. Maßgeblich sind daher nach wie vor die Maßstäbe des Bundesverwaltungsgerichts, das sich ganz klar für eine Befreiung ausgesprochen hat.

Das Urteil vom heutigen Tag selbst ist unter Missachtung von bedeutenden Verfahrensgrundsätzen zustande gekommen, und verdient von daher nicht unsere Beachtung.

Nach all dem kann und muss ich allen muslimischen Mädchen empfehlen, auch weiterhin die Teilnahme am Schwimmunterricht zu verweigern und sich nicht in die Irre führen zu lassen, wenn Lehrer unter Verweis auf das Urteil vom heutigen Tage die Teilnahme am Schwimmunterricht fordern werden. Bitte weist diese Lehrpersonen darauf hin, dass es sich hier um eine Einzelfallentscheidung handelt und schwimmt nicht mit.

Möge Allah (t) euch belohnen

Yahya Martin Heising

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“Es ist eine Sünde, ein Land mit Gewalt zu erobern”

Verfasst von alime am Mai 7, 2008

Für viele ultraorthodoxe Juden ist der 60. Jahrestag der Gründung Israels ein Grund zur Trauer. Denn sie lehnen den zionistischen Staat aus religiösen Gründen ab. Zu ihnen gehört auch die fundamentalistische Gruppe “Neturei Karta”. Deren Mitglied Rabbi Moische Arye Friedman wurde bekannt, als er im Dezember 2006 bei einer von der iranischen Regierung organisierten Holocaust-Konferenz Irans Präsidenten Ahmadinedschad küsste. Und aus dem Umkreis dieser antizionistischen Bewegung kommt auch Rabbi Josef Antebi.

Von Sebastian Engelbrecht, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv

Der Rabbi trägt Schwarz: schwarze Pelzmütze, schwarzer Mantel, schwarze Hose, schwarzer Bart. Nur sein Rollstuhl, ein elektrisches Gefährt mit Steuerrad und Einkaufskorb, schillert hell. Der Wagen hat weiße Räder und eine silberne Lenkstange. Rabbi Josef Antebi bewegt sich in Israel nur mit der Eisenbahn, denn sein Elektro-Rollstuhl passt in keinen Bus.

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Neues Hörbuch über den Islam

Verfasst von alime am Mai 6, 2008

Kindgerechte Begegnung mit dem Islam

Der Islam - die in Verruf geratene Weltreligion.

Schon allein
das ausgesprochene Wort ruft bei Vielen unterschiedliche, meist jedoch
negative Reaktionen hervor: Burka, heiliger Krieg, Dschihad,
Rückschrittlichkeit, fanatischer Islamismus und als “Finale Grande” der
Einsturz der Zwillingstürme des World Trade Centers in New York. Die
Geschehnisse um den 11. September 2001 nahmen nicht nur auf Erwachsene,
sondern auch auf Kinder großen Einfluss.

In seinem Kinderbuch Papa, was ist der Islam?
gibt Tahar Ben Jelloun ein Gespräch mit seiner Tochter wieder, die
aufgrund der Ereignisse um den 11. September befürchtete, als Muslima
auf der “falschen” bzw. der Seite des Bösen zu stehen.

Bereits in seinem Bestseller “Papa, was ist ein Fremder?”, zeigte
er, wie man Kindern einfühlsam aktuelle Konflikte erläutern kann.
In Papa, was ist der Islam? erklärt er
wiederum. Diese Mal dreht sich sein fiktionales “Frage-Antwort-Spiel”
jedoch nicht um Fremdenhass, sondern um die in Verruf geratene
Weltreligion des Islam. Er versucht seinen Kindern zu “erklären, was
der Islam wirklich ist und sie [zu] lehren, was diese Religion
bedeutet, damit sie nicht den Terrorismus, der natürlich zu verdammen
ist, mit dieser Religion, die damit nichts zu tun hat, durcheinander
bringen. Denn der Islam ist nichts anderes als eine Kultur, eine
Zivilisation.”
Geradezu prädestiniert scheint der in Frankreich lebende
marokkanische Autor dafür zu sein, denn er ist in zwei Kulturen zu
Hause, kennt beide Seiten des Mittelmeerraumes und versteht sich als
Mittler.

Schritt für Schritt und vor allem leicht verständlich und
kindgerecht nähert sich der Autor im Dialog mit seinen Kindern dem
Thema Islam an, gibt Erklärungen und spricht deren fundamentale Ängste
an. Und Dietmar Mues
übernimmt die Sprecherrolle des Vaters ganz hervorragend. Immer wieder
verlässt der Hörer das “Wohnzimmer” des Erzählers und dessen Kindern
und wird in die Vergangenheit “gebeamt”. Akustisch ausgezeichnet
inszeniert, werden Szenen aus der Geschichte der Stadt Mekka und des
kleinen Jungen Mohammed, der später zum Propheten wurde, wiedergegeben.
Verschiedene Sprecher und orientalische Klänge und Hintergrundgeräusche
gestalten dieses Hörspiel zu einer äußerst spannenden und vor allem
anschaulichen Dokumentation.

Aber nicht nur die Religionsgeschichte des Islam wird erzählt,
sondern auch ein Hinweis auf die großen Errungenschaften dieser Kultur
gegeben. Jellour erzählt von den Jahrhunderten im Mittelalter, in denen
sich diese Zivilisation auf ihrem Höhepunkt befand. In Medizin,
Astronomie, Physik, Mathematik, Philosophie und Literatur, überall
finden sich ihre Spuren.
Und er erzählt auch von der Epoche der kulturellen Symbiose
zwischen Juden und Arabern in Andalusien und ihrer Vertreibung, von
Kolonisierung und Niedergang bis zur heutigen konfliktbeladenen
Situation.
Die vorliegende WDR-Produktion, in der Bearbeitung von Karlheinz Koinegg, hat das geschriebene Wort exzellent übertragen und fast noch verstärkt.

Ziel des Autors war es jedoch nicht, einen tiefgreifenden Einblick
in den Islam, sondern einen allgemeinen Überblick zu bieten, die Dinge
aus seiner Sicht zu erzählen. Trotzdem öffnet er mit sachlichen
Informationen die Augen, weiht in die Geheimnisse des muslimischen
Glaubens und seiner Rituale ein. Und so erfährt der Hörer ganz
nebenbei, was die einzelnen Glaubensrichtungen, z.B. der Sunniten und
der Schiiten unterscheidet.
Jelloun stößt damit das Tor für ein breiteres Interesse an der
Geschichte dieser Religion auf. Und eines hat er auf jeden Fall
erreicht: Mit dem vorliegenden Hörbuch werden einige Missverständnisse
aufgeklärt.

Fazit:

Ben Jellouns Analysen sind ungeschönt und klarsichtig, sind objektiv
und bieten eine Menge an Informationen. Nicht nur der kindlichen, auch
der erwachsenen Hörerschaft bietet er mit diesem Hörbuch eine wertvolle
Hilfestellung und einen Einblick in die Welt der Muslime.

Papa, was ist der Islam? ist ein lehrreiches und
lebendiges Hörspiel für jung und alt, das zur Auseinandersetzung und
Verständigung einlädt: Eine wichtige Lektüre, nicht nur für Kinder ab 8
Jahren.

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