Muslime

Glaubensinhalte im sozialen Kontext

Erinnern alleine reicht nicht …

Verfasst von alime am Juli 4, 2009

Sabine Schiffer und Constantin Wagner vergleichen Antisemitismus und Islamophobie. Informationen und die Einleitung zum Buch

Ein längst überfälliges Buch ist erschienen: Die Medienwissenschaftlerin Sabine Schiffer, häufiger Gast bei den “Friedenspolitischen Ratschlägen” der AG Friedensforschung, hat mit dem Soziologen und Religionswissenschaftler Constantin Wagner eine Arbeit vorgelegt, in der die historischen Wurzeln und Strukturen des Antisemitismus analysiert und mit dem – in unserer Gesellschaft relativ jungen – Phänomen der Islamfeindschaft verglichen werden.
Im Folgenden informieren wir über die Neuerscheinung mit einem Überblick von Hans-Werner Kummerow (HWK Verlag) sowie mit dem ersten Kapitel des Buches, das uns Sabine Schiffer freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Sabine Schiffer und Constantin Wagner: Antisemitismus und Islamophobie — Ein Vergleich, HWK Verlag: Wassertrüdingen 2009, 288 Seiten, 24,80 €; ISBN 978-3-937245-05-8

Erinnern alleine reicht nicht …

Auch so könnte man die Auseinandersetzung überschreiben, die die Autoren in ihrem Buch austragen. Denn offensichtlich verhindert die Erinnerungskultur um den Holocaust nicht, dass der Antisemitismus weiterlebt und neue Formen von Rassismus am Horizont aufscheinen. Etwa das Feindbild Islam. Aber gerade das Thema Islamfeindlich¬keit scheint jene aufzuschrecken, die sich eingerichtet haben im Wohnzimmer der rückwärtsgewandten Betrachtung der Geschichte – ohne etwaige Erkenntnisse auf die Gegenwart zu beziehen. Dieser Prozess ist mit diesem Buch nicht mehr aufzuhalten.

In fast regelmäßigen Abständen ergibt sich die Diskussion, ob die heute feststellbare Islamfeindlichkeit mit dem Antisemitismus früherer Zeiten vergleichbar sei. Meist aufgeregt und schnell unsachlich kochen die Polemiken hoch. Unvergleichlichkeitsdogmen werden formuliert, Tabus beschworen sowie vermeintliche Tabus gebrochen und mit viel Verve und vergleichsweise wenig Sachverstand an Moral und Political Correctness appelliert. All dies dient nicht der Klärung.

Auch als sich das renommierte Zentrum für Antisemitismusforschung in seinem Jahrbuch 2008 und auf Tagungen mit diesen Fragestellungen befasste, erntete es vorgefasste Ablehnung statt sachdienlicher Auseinandersetzung. Der Streit deutet auf tiefsitzende Ängste einerseits, und ebenso tiefsitzendes Unverständnis und Unwissen andererseits hin. Haben wir die richtigen Lehren aus der deutschen Geschichte gezogen? Welche genau sind dies? Was wurde nicht erkannt? Und vor allem, warum gelingt es uns so schlecht, uns antisemitische Muster außerhalb des Nationalsozialismus zu vergegen¬wärtigen? Und wie kommen wir dazu zu glauben, dass wir heute davor gefeit seien, andere zu diskriminieren – ja gar zu verachten und schließlich zu entmenschlichen?
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Allah ganz nah

Verfasst von alime am Juni 25, 2009

Von Christina Schmitt und Marc Röhlig

Sie beten öffentlich, predigen auf Deutsch und suchen Akzeptanz: Muslimische Studenten an deutschen Hochschulen gründen Vereine – und wecken damit auch Misstrauen auf dem Campus. Ihre Mission: Sie wollen für den Islam werben und radikalisierte Glaubensbrüder wieder einfangen.

Im Foyer der Universität Bonn klingt der Islam sehr weltlich. Ein junger Imam, zugleich Jurastudent, spricht auf Deutsch über die Finanzkrise und gesellschaftliche Verantwortung.

Freitagsgebet im Foyer der Uni Bonn: Das Ziel ist Sichtbarkeit

www.ogando.de

Freitagsgebet im Foyer der Uni Bonn: Das Ziel ist Sichtbarkeit

Dann wird es still. Die Studenten verneigen sich und richten leise ihre Bitten an Gott. Dass hier zwischen Treppenhaus und Hörsaal Gebetsteppiche ausgerollt sind, ist den vorbeieilenden Kommilitonen kaum einen Blick wert. Sie sind den Anblick gewohnt.Seit über einem Jahr bietet die Islamische Hochschulvereinigung (IHV) Bonn das einzige deutschsprachige Freitagsgebet der Stadt an. Die Bonner Gruppe hat auch den Rat muslimischer Studierender und Akademiker initiiert, einen Zusammenschluss entsprechender Hochschulvereine in Deutschland.

Eine neue Generation junger Muslime kommt an den Universitäten zusammen – und denkt gar nicht daran, sich und ihren Glauben zu verstecken. In Würzburg, Köln, Duisburg oder Freiberg haben sich muslimische Hochschulgruppen gegründet. Allein 20 muslimische Vereine sind inzwischen an den größten deutschen Hochschulen registriert.

Wie kommt es zu dieser Gründungswelle? Warum jetzt? “Es mussten erst einige Jahre nach dem Ereignis vergehen, bevor wir endlich wieder ans Licht konnten”, erklärt Bacem Dziri, ausgewaschenes Cord-Sakko, gelbes Hemd. Der 27-jährige Student der Asienwissenschaften ist Vorsitzender der IHV an der Uni Bonn. Und das Ereignis, von dem er spricht, sind die Anschläge vom 11. September 2001. Die IHV, wenige Monate davor gegründet, verfiel in Starre.

“Viele wussten nicht, ob und wie sie sich der Öffentlichkeit überhaupt präsentieren dürfen”, erzählt Bacem. Jetzt, acht Jahre später, treten muslimische Hochschulorganisationen mit neuem Selbstbewusstsein auf. Sie laden zu Diskussionsabenden und zum Ramadan-Fest, sie organisieren Vorträge und Arabischkurse. Ihr Ziel ist die Sichtbarkeit: Ihr Glaube soll nicht in Hinterhof-Moscheen versteckt, sondern mitten auf dem Campus gelebt werden.

Der Bonner Verein zählt 40 aktive Mitglieder. Die größte Aktion der IHV ist das jährliche Fastenbrechen nach Ramadan. 300 Besucher, darunter viele Nichtmuslime, kommen zur Feier, es gibt Falafel, Hummus, Tabule, beliebte orientalische Speisen. Die Uni Bonn stellt dafür die Mensa zur Verfügung: “Unser Verein ist der einzige, der dort feiern darf”, sagt Dziri stolz.

Cliquenbildung verschlechtert das Image des Islam

Alles nur hübsche Folklore? Es werden auch kritische Stimmen zum Wiedererstarken muslimischer Vereine laut: Wer so deutlich seine Zugehörigkeit zur Schau stelle, grenze sich ab, sagen Experten – und viele Muslime selbst.

“Cliquenbildung unter Muslimen führt nur zu einem”, meint etwa Ali Yilmaz, 47, “nämlich einem schlechten Image für den Islam in Deutschland.” Der Absolvent der Volkswirtschaftslehre betet ebenfalls zu Allah. Doch er ist skeptisch, ob die eigene Konfession tatsächlich akademisch unterfüttert werden muss: “Viele studieren Islamwissenschaft, um von ihrer Gemeinde und Familie erlerntes Wissen zu untermauern.”

Die Hochschulvereine ähnelten eher traditionellen Gemeinden als universitären Think-Tanks, meint Ali Yilmaz. Um die Diskussion unter jungen Muslimen zu befördern, gründete er sein eigenes Forum: Die “Gesellschaft zur Förderung der Islamstudien” hat das Ziel, die neuesten Forschungsergebnisse der Islamwissenschaft zu verbreiten. “Erst dann, wenn wir junge Islamwissenschaftler erreichen und sie dazu anregen, ihren Glauben kritisch zu hinterfragen, können wir auf die Anerkennung des Islam in Deutschland hoffen”, sagt der Volkswirt.

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Die Islamische Denkfabrik stellt sich vor

Verfasst von alime am Juni 21, 2009

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Abiturfeier unter Muslimen

Verfasst von alime am Juni 21, 2009

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Demut vor der Scharia

Verfasst von alime am Juni 15, 2009

Jost Müller-Neuhof über zwei Juristen und ein Buch zum Recht im Islam
Tagesspiegel 12.6.2009 Vor zehn Jahren hätte es keinen Menschen interessiert, wenn ein Rechtsprofessor seinen 600-Seiten-Wälzer vorstellt. Heute mietet ihm sein Verlag einen Saal in einem feinen Friedrichstraßen-Quartier, viele kommen, gerade junge Menschen, man bittet eine streitbare Juristin hinzu und darf auf Neugier und Beachtung hoffen. Denn die Scharia, gültiges Recht für Millionen Muslime, erregt Gemüter in Politik und Volk. Und der Professor, Mathias Rohe, hat das Reizthema erstmals großflächig mit der Elle westlicher Wissenschaft vermessen. Die Scharia, eine �Kulturleistung, die man anerkennen muss�, gilt auch in Deutschland, folgert er. Womit er bei �Islamkritikern� aneckt, zu denen auch Seyran Ates gezählt wird, die Berliner Anwältin mit türkischen Wurzeln, die für ihre Absage an die Multikultigesellschaft Applaus bekommen hatte.
Doch wer steht hier gegeneinander? Ein Schwärmer gegen eine politische Realistin? Ein Aufklärer gegen eine Ideologin? Ein schariabegünstigter Mann gegen eine schariaentrechtete Frau? �Die Scharia kommt nicht durch die Hintertür in die deutsche Rechtsordnung sie kann durch die Vordertür herein�, sagt Rohe. Kein Widerspruch. Stattdessen sagt Ates: �Demokratie und Islam sind vereinbar keine Diskussion.� Oder: �In Saudi- Arabien bewegt sich was.�
Eine Kontroverse funktioniert nicht mehr: Junge Türkinnen kombinieren Kopftuch mit nabelfrei. Musliminnen pilgern verhüllt zu Fachbuchpräsentationen statt in die Moschee. Berliner Bäder erlauben Burkinis, der saudische König schenkt dem Papst ein Schwert, obwohl der Koran dies verbietet. Und Rohe und Ates streiten nicht. Sie reden, wie man redet: Miteinander, übereinander, aneinander vorbei. �Scharia und deutsches Recht sind oft deckungsgleich�, sagt Rohe. �Junge Musliminnen sind sehr sexualisiert�, sagt Ates. �Das Problem ist das patriarchalische Verständnis der Geschlechterrollen�, sagt Rohe. �Es geht vor allem um Identität�, sagt Ates. �In Großbritannien hat man die Dinge zu sehr laufen lassen�, sagt Rohe.
Überlegenheitsgefühle, wie sie für viele Debatten um Integration und Islam prägend sind, lassen beide beiseite; Demut fördert Dialoge. Ates hat Erfahrung, sie hat vieles erlebt, und Rohe hat recht, er hat es aufgeschrieben. Gemeinsam verabschieden sie die Scharia als Schlagwort. Das schärft den Blick für Fehler wie in England, wo man Scheidungsfolgen Schiedsgerichten überlässt statt der staatlichen Justiz. Sind sie muslimisch, haben Frauen kaum Chancen, während das deutsche Recht schariageprägtes Recht akzeptiert aber eben auch kontrolliert.
Das Thema bleibt, doch die Begriffe, scheint es, ändern sich: Muslime müssen sich nicht mehr anpassen, aber Anschluss suchen; unser Recht mit ihren Methoden begründen lernen. �Allahu alam�, Gott weiß es besser, lässt der Christ Rohe sein Buch enden. �Aus den Suren des Korans kann man die Menschenwürde herleiten�, ist er überzeugt. Ein Job für Theologen. Seinen hat er getan.
http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Islam-Scharia-Mitte;art122,2820864

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Hagen Rether über das Kopftuch

Verfasst von alime am Juni 14, 2009

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“Kein Geld, nichts zu Essen”

Verfasst von alime am Juni 3, 2009

Mittwoch, 03. Juni 2009

Ladenbesitzer beschenkt Dieb Verkehrte Welt: Nach einem versuchten Überfall auf einen Laden in der Nähe von New York hat der Besitzer den Dieb aus Mitleid beschenkt, statt ihn bei der Polizei anzuzeigen. Der Mann war kurz vor Geschäftsschluss mit einem Baseballschläger bewaffnet in das Lebensmittelgeschäft gekommen und hatte Geld verlangt, wie das Sicherheitsvideo zeigt. Als der Ladenbesitzer daraufhin seine – allerdings nicht geladene – Pistole zog, gab der Möchtegern-Dieb klein bei und ging weinend auf die Knie. “Er heulte und bat um Verzeihung”, berichtete der muslimische Geschäftsmann später dem TV-Sender CBS. “Er sagte: Ich habe kein Geld, nichts zu Essen, keinen Job. Meine Familie hungert.” Der Ladenbesitzer war so gerührt, dass er dem Mann 40 Dollar (28 Euro), Brot und Milch gab. Im Gegenzug versprach der Dieb unter Eid, ebenfalls dem Islam beizutreten – suchte dann aber schnell das Weite.

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Von Galaxie zu Galaxie

Verfasst von alime am Mai 24, 2009

Gestern habe ich eine sehr außergewöhnliche Erfahrung gemacht. Nach einem harten Arbeitstag wollte ich zusammen mit drei Freunden mich zu einem Snack auf dem Planeten Neptun treffen. Also stieg ich in mein Spaceship des Herstellers Mirage Flight ein und flog von meinem Heimatplaneten Sonne dort hin. Anfangs erschwerten mir die Meteriodenstürme die Sicht, aber das eigentliche Problem stellte wiedermal der Weltraumschrott dar.

Anyway, nach einer holprigen Landung auf meinem Zielplaneten Neptun traf ich Bilal, x2z3 und Shams. Unser Quartett war im Buraq Sektor auf Neptun sehr bekannt für seine geistreichen Gespräche und lyrischen Dispute,  auch bekannt als Battles. Unsere Location, wo wir uns regelmäßig treffen ist unser Stammlokal Sharbat-IN. Das hat eigentlich keinen bestimmten Grund, außer denjenigen, dass die Power Android Energy Ayran Drinks unsere Geschmackschips auf unserer Zunge enorm stimulieren.  Sharbat-IN war auch heute rappel voll, aber zum Glück fanden wir einen freien Dreier-Tisch. Unser Freund x2z3 zieht es eh vor bei unseren Talk in der Luft zu schweben, statt zu sitzen.

Unser Thema war die Zakat, die am 45. Shawwal 2931 fristgerecht entrichtet werden muss. Wir unterhielten uns darüber, welches Edelmetall, Brocks oder Dice, sich für die Entrichtung der Zakat am besten eigenen würde. (Zur Info, ein Brocks ist sieben Mal wertvoller als ein Dice.) Die Fatwas des Gelehrten Ahmed bin Jamal min Mars-i dienten als Basis für unseren Diskurs.

Nach 0.3 Space Stunden wurde es für mich Zeit wieder aufzubrechen, aber ich spürte, dass die Power Android Energy Ayran Drinks meine Navigationsimplantate beeinträchtigt hatten. Ich stieg dennoch in meinen Mirage Flight ein und starte meinen Liquid Laser Light Engine (L.L.L.E.). Ich merkte, dass meine Entscheidung falsch war, als meine Navigationsimplantate mich endgültig in Stich ließen und ich mich plötzlich in einem fremden benachbarten Sternensystem wiederfand. SubhanAllah, diese Galaxie hatte ich noch nie zuvor gesehen oder von ihr etwas gehört. Die Farben, die Düfte, die Zeitrechnung, die Naturelemente  – alles war anders als in meinem Heimatsternensystem Nasr23.

Aber dann passierte es wieder. Es brummte, summte und vibrierte und ich befand mich mit meiner Mirage Flight wieder in einem anderen Sternensystem. Dies ereignete sich insgesamt 113.275 Mal innerhalb von F dhaman Lichtjahren. In dieser Zeitperiode studierte ich die Sternensysteme. Ich dokumentierte alles und legte ein Tagebuch über meine Sinneseindrücke an.

Auf allen Planeten, die ich besuchte, begegnete ich verschiedenen Lebensformen, die unabhängig  von ihrer molekularen Beschaffenheit, an eine und einzige Gottheit glaubten. Die Namen, die sie dem einen Gott gaben, waren von Planeten zu Planeten und von Galaxien zu Galaxien grundverschieden.  Aber die Attribute, die sie ihrer Gottheit zuschrieben waren identisch, wie z.B. der Allwissende, der Erschaffer, der Barmherzige, der Versorger, der Vorausschauende, der Allsehende…

Angekommen auf meinem Heimatplaneten Sonne, setzte ich meine Studie über die verschiedenen Galaxien fort und las in meinem Qur’an die Sure Al Fatiha, in der es im zweiten Vers lautet „Al-hamdu li-llāhi rabbi l-’ālamīn“, was ungefähr bedeutet „Alle Lobpreisung gebührt Allah, dem Herrn der Welten.“

Endlich, endlich begriff ich das Gewicht dieser Worte, dieser Aya, dieser Offenbarung. Die Dimension, die dahinter steckt. Doch zugleich war mir auch dessen bewusst, dass ich nur die Spitze des Eisbergs gesehen hatte, denn wer sagt mir, wie viele Galaxien und Sternensysteme auf uns draußen noch warten.

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Dschunaid Salam – Diesseits, d. 23.05.2009

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Eine schlaflose Nacht

Verfasst von alime am Mai 23, 2009

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In einer schlaflosen Nacht, in der ich mich im Bett hin und her gewälzt habe, überkam mich eine Idee. Ja, eine Idee! Um zwei Uhr nachts. Verrückt, oder?

Und wisst Ihr was genau diese Idee war? Ich wollte mit den Gegenständen in meiner Wohnung sprechen. Sie fragen, ob sie sich wohl fühlen und ob sie genug Aufmerksamkeit von mir bekommen, ob ich mit ihnen viel Zeit verbringe.

Als erstes befragte ich mein Handy. Mein Tamtung® Handy war mit mir sehr zufrieden, weil ich es jeden Tag mindestens 20-mal in der Hand hielt. Mir MP3s damit anhöre, meine Termine eingebe und mich jeden Morgen damit zur Arbeit aufwecken lasse. Mein Handy lächelt mich sehr selbstbewusst an, denn es scheint zu wissen, dass ich mich von ihm abhängig gemacht habe.

Dann ging ich zu meinem PC. Auch er drücke seine Zufriedenheit aus. Warum auch nicht? Letztlich verbringe ich täglich 2-3 Stunden vorm Rechner. Surfe hier und da, lade meine Mails runter, schaue mir meine Videoklips unter YouFube® an. Mein PC lächelt mich sehr selbstbewusst an, denn es scheint zu wissen, dass ich mich von ihm abhängig gemacht habe.

Schließlich werfe ich einen Blick auf mein Bücherregal und sehe meinen verstaubten Qur’an und die Hadithsammlung von Bukhari. Ich sehe sie beide an und sie sehen mich an. Dann frage ich sie, ob sie sich wohl fühlen und ob sie genug Aufmerksamkeit von mir bekommen, ob ich mit ihnen viel Zeit verbringe. Doch sie antworteten mir nicht, denn der Staub auf ihnen verriet mir, dass ich sie zu lange vernachlässigt habe und dass sie deshalb von mir zutiefst enttäuscht sind.

Doch plötzlich regt sich etwas. Mein Qur’an und meine Hadithsammlung fangen an zu weinen. Mit einem tiefen Gefühl der Trauer. Denn sie wissen, dass ich meinem Handy und meinem PC mehr Zeit widme.

Ich gehe sofort in die Küche, hole ein Tuch und wische beiden Büchern die dicke Staubschicht ab. Ich küsse sie streichle ihren Hardcover, umarme sie und verspreche ihnen von nun an jeden Tag aus ihnen etwas vorzulesen. Nicht weil sie mir leid tun, nein, weil ich mir selbst leid tue, weil ich derjenige bin, der auf sie angewiesen ist, sogar viel mehr als auf mein Handy oder auf meinen PC.

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Dschunaid Salam – Diesseits, d. 23.05.2009

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Gallup-Studie:Muslime sind überdurchschnittlich staatstreu

Verfasst von alime am Mai 17, 2009

Laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des MeinungsforschungsinstitutsGallup haben Muslime in Europa und der USA größeres Vertrauen in den Staat undzeigen sich häufiger staatstreu als die Gesamtbevölkerung. Ihre hauptsächlichenProbleme hingegen sind wirtschaftlicher und moralischer Natur.

Aus der bislang größtenrepräsentativen Studie, die nach dem 11.September zur weltweiten Forschung derAnsichten der Muslime durchgeführt wurde, geht hervor, dass die Spannungenzwischen den Muslimen und der Gesamtbevölkerung von Armut und Arbeitslosigkeitherrühren und seltener mit dem Religionsunterschied zu begründen sind. Die Umfrage, an der insgesamt 30 000Muslime aus 27 Ländern teilgenommen hatten, zeigt auch, wie verzerrt das Bildvon den Muslimen ist. Immer mehr Muslime identifizierensich mit ihrer Wahlheimat, sind toleranter und verabscheuen Gewalt.

Mindestens genauso viele Muslime wie Europäer streben nach einem friedlichen Zusammenlebenmit Menschen anderer Religionen und ethnischer Herkunft. Armut und moralische Probleme seienfür die 71 Prozent der befragten Muslime aus Großbritannien und für die 56Prozent aus der USA die eigentlichen Sorgen der Gesellschaft � mehr alsReligion und ethnische Herkunft. Ein anderes Ergebnis liegthinsichtlich der Toleranz gegenüber den Minderheiten vor: Amerikaner undKanadier tolerieren die Minderheiten in ihrem Land eher als die Europäer. DerStudie zufolge sind Deutsche, Briten und Niederländer am wenigsten tolerant. Aus der repräsentativen Umfrage desMeinungsforschungsinstituts Gallup (Gallup Koexistenz-Index 2009) geht hervor,dass das Vertrauen der Muslime in wichtige deutsche Institutionen auchwesentlich größer ist als das Vertrauen der Gesamtbevölkerung. Regierung,Wahlen, Banken und Justiz haben bei den Muslimen in Deutschland ein höheresAnsehen als bei den restlichen Bundesbürgern. Missverständnisse herrscht unteranderem bezüglich der Loyalität: Während 54 Prozent der Bundesbürger die Muslimeals nicht loyal bezeichneten, äußerten 71 Prozent der Muslime ihre Loyalitätgegenüber Deutschland.

Zudem vertrauen 73 Prozent der Muslime den Gerichten,wogegen nur die Hälfte der Gesamtbevölkerung dieses Vertrauen zeigt (49Prozent). Anders sieht es jedoch beim Vertrauen gegenüber den Medien aus: Nur28 Prozent der Muslime haben Vertrauen in die Medien. Die Gesamtbevölkerungliegt hier immerhin bei 34 Prozent. “Die Umfrage zeigt, dass vieleAnnahmen über Muslime und Integration danebenliegen. Deutsche Muslime wollenein Teil der Mehrheitsgesellschaft sein und mehr zur Gesellschaftbeitragen”, sagte der Chef des Gallup Zentrums für muslimische Studien,Dalia Mogahed. Das Zentrum hatte seine Untersuchungauf Daten gestützt, die Gallup in seinen weltweiten Umfragen im Jahr 2008zusammengetragen hatte. Neben den europäischen Ländern und der USAwurde die Umfrage zudem in muslimischen Ländern wie Afghanistan, Pakistan undMalaysia geführt. Muslime machen in Großbritannien 3 Prozent, in Frankreich 8Prozent und in Deutschland 4 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Die Zahl der inden USA lebenden Muslime sei in den letzten Jahren von 2 Millionen auf 6Millionen gestiegen.

(ab) http://www.igmg.de/nachrichten/artikel/gallup-studie-muslime-sind-ueberdurchschnittlich-staatstreu.html

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